Albert Josephi
* 1883
HIER WOHNTE
ALBERT JOSEPHI
JG. 1883
DEPORTIERT 1941
MINSK
???
Grindelallee 6
Weitere Stolpersteine in Grindelallee 6: Johanna Rosenberg | Laura Mosbach | Hedwig Lazarus | Dr. Leonhard Lazarus | Albert Josephi | Edith Horwitz | Maximilian Gumpel | Minna Gottschalk |
Johanna Rosenberg, geb. Tuteur, geb. am 13.2.1876 in Kaiserslautern, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof, ermordet
Laura Mosbach, geb. Horwitz, geb. am 01.02.1876 deportiert am 06.12.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Albert Josephi * 11.12.1883, deportiert nach Minsk 08.11.1941
Edith Horwitz, geb. Spanier, geb. 15.8.1897, deportiert nach Riga 6.12.1941
Maximilian Gumpel, geb. 28.12.1877 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Minna Gottschalk, geb. Behr, geb. 11.12.1885 in Lüneburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Grindelallee 6
Albert Josephi * 11.12.1883, deportiert nach Minsk 08.11.1941
Albert Josephi wurde am 11.12.1883 als Sohn von Meta und Siegmond Josephi in Hamburg geboren. Als Erwachsener heiratete er die gleichaltrige Julie Meyer und führte mit ihr eine Ehe, die kinderlos blieb und am 16. November 1937 durch Scheidung beendet wurde. So erklärt sich auch, dass er nach viermaligem Umzug schließlich zur Untermiete in der Grindelallee 6 bei Edith Horwitz wohnte.
Ursprünglich hatte er seinen Lebensunterhalt durch Straßenhandel verdient, war jedoch seit 1927 als erwerbslos gemeldet. Als arbeitsloser, allein stehender und zudem jüdischer Mann war das Wohnen zur Untermiete in dieser Zeit vermutlich die einzige Möglichkeit, über die Runden zu kommen. Albert Josephi entrichtete im Jahr 1934 zum letzten Mal seine Kultussteuer an die jüdische Gemeinde in Hamburg. Zuvor war er allerdings bis auf das Jahr 1923 auch nicht dazu in der Lage gewesen sie zu bezahlen.
Ab September 1941 musste Albert Josephi den so genannten Judenstern deutlich sichtbar auf seine Kleidung genäht tragen. Am 8. November 1941 wurde er nach Minsk deportiert. Zwei Tage dauerte die Reise ins dortige Ghetto. Es handelte sich um den ersten Deportationszug aus dem Deutschen Reich nach Minsk.
Zuvor waren ca.12.000 der bisherigen weißrussisch-jüdischen Ghettobewohner ermordet worden, um „Platz“ für die erwarteten deutsch-jüdischen Deportierten zu schaffen. Somit traf Albert Josephi wie die anderen Neuankömmlinge zunächst der Schock eines blutgetränkten Ghettos, in dem sie von nun an leben sollten.
Die HamburgerInnen, die gemeinsam in Minsk ankamen, verstanden sich laut Zeitzeugenberichten als Gruppe, die zusammen im „Roten Haus“ wohnte und ihr Leben gemeinsam organisierte. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl habe bis zuletzt Bestand gehabt. Sollte Albert Josephi nicht schon den Strapazen, Seuchen und häufigen Erschießungen im Lager zum Opfer gefallen sein, so ist es sehr wahrscheinlich, dass er während des Massakers des 8. Mai 1943 erschossen oder in einem Gaswagen erstickt wurde. Offiziell gilt er seit Kriegsende als verschollen.
Seine Nichte Fanny Spiegel hinterlegte ein Gedenkblatt in Yad Vashem für ihn.