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August Schmidt
* 1884

HIER WOHNTE
AUGUST SCHMIDT
JG. 1884
GESTAPOHAFT
TOT AN HAFTFOLGEN
3.8.1939

Geibelstraße 24

Weitere Stolpersteine in Geibelstraße 24: August Schmidt

August Friedrich Schmidt, geb. 13.7.1884 in Königsaue bei Quedlinburg, gestorben am 3.8.1939 in Hamburg an den Haftfolgen

August Friedrich Schmidt, geb. 13.7.1884 in Königsaue bei Quedlinburg, gestorben am 3.8.1939 in Hamburg an den Haftfolgen

Der Kommunist August Schmidt war vier Jahre Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.

Er wurde in Königsaue bei Quedlinburg geboren, besuchte die Volksschule und verdingte sich als Landarbeiter. 1906 zog er nach Hamburg, arbeitete zunächst auf einer Werft und fand später eine Anstellung am Staatskai. In einer Zeit, in der Hamburg eine Hochburg der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie war, trat er 1907 der SPD bei. Gleichzeitig gehörte er dem Verband der Hafenarbeiter an, einer der größten Gewerkschaften Hamburgs.

Am Ende des Ersten Weltkriegs trat August Schmidt zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) über, die sich aus Protest gegen die Kriegsunterstützung von der SPD abgespalten hatte. August Schmidt war dort zeitweise Bezirksführer. Ende 1920 schloss er sich mit der Mehrheit der Hamburger USPD unter der Führung Ernst Thälmanns der KPD an. Für diese war er von 1927 bis 1931 Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft. Er setzte sich hier vor allem für die Interessen der Hafenarbeiter ein. Als Mitglied im Hafenerweiterungsausschuss befasste er sich mit der Erarbeitung von Bauprojekten. Außerdem war er Mitglied des Beschwerdeausschusses für das Wohnungsamt.

Seit 1924 engagierte sich August Schmidt in der „Roten Hilfe“, einer KPD-nahen Organisation, die vor allem inhaftierte Mitglieder des kommunistischen Rotfrontkämpferbundes, Gewerkschafter und andere politische Häftlinge und ihre Angehörigen unterstützte.

Ende der 1920er Jahre war er in Hamburg am Aufbau der „Revolutionären Gewerkschaftsopposition“ (RGO) beteiligt. Mit dem neugegründeten „Einheitsverband der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer Deutschlands“ beteiligte sich August Schmidt 1928/29 an der Organisation von Arbeitsniederlegungen im Hafen. Als Rudolf Wissel, preußischer Minister und Mitglied des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), nach 14 Wochen den Arbeitskampf für beendet erklärte, ohne dass die beteiligten Arbeiter Ergebnisse erzielen konnten, weigerte sich ein Teil der Arbeiter, den Streik aufzugeben. Die sozialdemokratische Polizeiführung ging daraufhin hart gegen die Streikenden vor. In diesem Zusammenhang richtete August Schmidt in der Bürgerschaft heftige Angriffe gegen den sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Adolph Schönfelder.

Nach dem Reichstagsbrand im Februar 1933 wurde mit der „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“, die wesentliche Grundrechte außer Kraft setzte, die KPD in die Illegalität gedrängt. August Schmidt arbeitete in der nun illegalen KPD weiter, er war bis zu seiner Verhaftung am 17. September 1935 Leiter der Stadtteilgruppe Winterhude. Nach monatelanger Untersuchungshaft wurde er 1936 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Todesumstände sind ungeklärt. Er soll schwer gezeichnet aus dem Gefängnis entlassen worden sein und verstarb am 3. August 1939.

Das Haus Geibelstraße 24 steht nicht mehr. Nur die benachbarten Häuserzeilen vermitteln einen Eindruck davon, wie August Schmidt gelebt haben mag.
Für die 1995 erschienene Broschüre der Bürgerschaft zum Gedenken an die „Opfer totalitärer Verfolgung“ hat der Autor Frank Müller sein Leben und Wirken recherchiert.

Im Treppenaufgang zum Plenarsaal des Hamburger Rathaus befindet sich eine Gedenktafel für die „Opfer totalitärer Verfolgung“. Die Namen der Bürgerschaftsabgeordneten, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden, werden darauf nicht erwähnt.


Die „rote“ Geibelstraße

Wie manch andere Straße in Arbeitervierteln war die „rote Geibelstraße“ den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. Aus Protest hängten dort die Frauen am 1. Mai 1933 ihre roten Bettinletts zur „Beflaggung“ aus den Fenstern. Wie Zeitzeugen sich erinnern, wurde die Geibelstraße des öfteren von der SA aufgesucht, um Wohnungen zu durchsuchen und Verdächtige zu verhaften.


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