Else Bernstein
* 1923
HIER WOHNTE
ELSE BERNSTEIN
JG. 1923
DEPORTIERT 1942
AUSCHWITZ
???
Bogenstraße 27
Weitere Stolpersteine in Bogenstraße 27: Sara Levy | Erna Kleve | Siegfried Kleve | Gertrud Hess | Rosa Heilbut | Kätie Bernstein | Else Bernstein |
Erna Kleve, geb. Lasch, geb. am 26.4.1889 in Berlin, deportiert nach Auschwitz am 11.7.1942
Erna Kleve, geb. Lasch, geb. am 26.4.1889 in Berlin, deportiert nach Auschwitz am 11.7.1942
Gertrud Hess, geb. Levy, geb. am 22.12.1871 in Hamburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, ermordet am 15.5.1944 in Auschwitz
Rosa Heilbut, geb. Hanau, geb. am 1.1.1876 in Friedberg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Kätie Bernstein, geb. Hirsch, geb. am 6.8.1902 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz
Kätie Bernstein, geb. Hirsch, geb. am 6.8.1902 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz
Bogenstraße 27
Kätie Bernstein, geb. Hirsch, geb. am 6.8.1902 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz
Else Bernstein, geb. am 31.12.1923 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 nach Auschwitz
Bogenstraße 27
Kätie Bernstein war die zweite Ehefrau von Dagobert Julius Bernstein (geb. 1890), dessen erste Ehefrau Fanny Elfriede am 19.2.1900 geboren und am 5.1.1924 verstorben war, wenige Tage nach der Geburt der Tochter Else. Elfriedes und Käties Mädchenname war Hirsch; sie waren Schwestern. Ihre Eltern hießen Hugo Hirsch und Johanna, geb. Unger. Hugo Hirsch war 1861 in Oldesloe geboren und starb im Dezember 1920. Seine Ehefrau Johanna war Hamburgerin und 1874 geboren worden. Zur Familie gehörte außer den beiden Schwestern Elfriede und Kätie noch ein Sohn namens Menni Paul, der aber bereits 1918 im Alter von 22 Jahren starb. Er war Kaufmann und hatte bei den Eltern gewohnt.
Kätie und Dagobert heirateten nicht unmittelbar nach Elfriedes Tod, sondern erst im Juli 1931. Vor ihrer Eheschließung war Kätie vermutlich nicht berufstätig gewesen. Für sie wurde zwar eine Kultussteuerkarteikarte geführt, aber sie zahlte keine Steuern. In der Karte findet sich ein Eintrag „ausgeschieden 8.7.1931 durch Heirat“. Als Adressen waren Weidenallee 63 und Ruthsweg 2 eingetragen. Diese Anschriften tauchen auch auf der Karteikarte für die Eltern Hugo und Johanna Hirsch auf. Eltern, Töchter und später Mutter, Tochter, Schwiegersohn und Enkelin hatten also wahrscheinlich eine gemeinsame Wohnung. Laut Adressbuch betrieb Hugo Hirsch in der Weidenallee 63 eine Krawattenfabrik. Die Familie lebte dort noch in den 1920er Jahren. In den 1930er Jahren lautete die Adresse dann Ruthsweg.
Dagobert Bernstein war der Sohn des Fabrikanten Zelik (Zelka Lipa) Bernstein und dessen Frau Eweline, geb. Springer. Er wurde am 12. Dezember 1890 in Hamburg geboren. Zur Zeit seiner Eheschließung mit Fanny Elfriede war er Dezernent am Fürsorgeamt und wohnte in der Eppendorfer Landstraße 91. Auf seiner Kultussteuerkarteikarte war als Beruf „Dezernent der Hinterbliebenenfürsorge“ vermerkt. Es finden sich aber in Hamburg keine Akten, die seine Tätigkeit bei einer Hamburger oder Altonaer Behörde belegen, wie sich im Wiedergutmachungsverfahren herausstellte. Laut Karteikarte war er zu 70 Prozent kriegsschwerbeschädigt. Vermutlich hatte er also am Ersten Weltkrieg teilgenommen. 1938 wurde er als „arbeitslos“ geführt. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind nur bis 1922 nachgewiesen. Ob er danach wirklich bei einer Behörde tätig oder arbeitslos war, ist unklar. Er wohnte zuletzt mit Frau und Tochter im Ruthsweg 2. Dagobert Bernstein starb am 15. November 1941 im Allgemeinen Krankenhaus Wandsbek an offener Lungentuberkulose. In der Sterbeurkunde wurde er als „Rentner“ bezeichnet.
Else Bernstein besuchte zunächst die Volksschule Rübenkamp und wurde im April 1936 in die Jüdische Mädchenschule umgeschult, wo sie bis zum März 1939 zur Schule ging. Kätie und Else Bernstein mussten vom Ruthsweg in Barmbek ins „Judenhaus“ in der Bogenstraße 27 umziehen, wo sie mit einer Familie Hirschel zusammenwohnten. Beide wurden am 11. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet. Auf der Deportationsliste war bei Kätie als Berufsbezeichnung „Hausangestellte“ eingetragen, bei Else „Schülerin“.
In den Akten im Staatsarchiv fand sich lediglich eine winzige Spur: am 25. August 1942 wurde „1 double Damen-Armbanduhr“ aus dem Besitz von Kätie Bernstein für 20 RM versteigert.