Henriette Meidner
* 1858
HIER WOHNTE
HENRIETTE MEIDNER
JG. 1858
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 4.10.1942
Hegestraße 39
Weitere Stolpersteine in Hegestraße 39: Luise Wolff | Franz Wolff | Rosalie Strauss | Julia Alice (Egele) Windmüller | Gertrud Ruppin | Henriette Meidner | Ernst Goldschmidt |
Rosalie Strauss, geb. Cramer, geb. am 13.8.1858 in Nordhausen/ Thüringen, deportiert am 9.6.1943 nach Theresienstadt, dort am 2.12.1943 ermordet
Julia Alice (Egele) Windmüller, geb. 2.10.1877 in Hamburg, gestorben durch Suizid am 25.10.1941 in Hamburg
Gertrud Adele Ruppin, geb. Windmüller, geb. 27.2.1885 in Hamburg, am 6.12.1941 nach Riga deportiert
Henriette Meidner, geb. 7.3.1858 in Berlin, am 15.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 4.10.1942 gestorben
Ernst Goldschmidt, geb. am 3.10.1875 in Dortmund, am 6.12.1941 nach Riga
Hegestraße 39
Henriette Meidner, geb. 7.3.1858 in Berlin, am 15.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 4.10.1942 gestorben
Hegestraße 39
Im Berliner Adressbuch von 1858, Henriettes Geburtsjahr, ist ein D. Meidner, Kaufmann und Kattunfabrikant, eingetragen. Da ihre Eltern mit Vornamen David und Sophie (geb. Friedländer) hießen, ist anzunehmen, dass es sich um ihren Vater handelt. Ansonsten ist nichts über ihre Familie bekannt.
Henriette – oder Henny – wie auf ihrer Kultussteuerkarte steht, zog spätestens 1920 nach Hamburg, denn ab diesem Jahr wurde für sie eine Mitgliedskarte der Jüdischen Gemeinde Hamburg geführt. Im November 1920 trat sie in die Deutsch-Israelitische Religionsgemeinschaft ein, fünf Monate später erklärte sie ihren Austritt. Zudem wurde auf der Karte vermerkt, dass sie ein Ruhegehalt bezog. Die bei ihrem Eintritt 62-Jährige war Lehrerin im Ruhestand. In den Jahren 1924/25, 1927/28 und 1930 bis 1933 finden sich für sie Einträge im Mitgliedsverzeichnis der „Gesellschaft der Freunde des Vaterländischen Schul- und Erziehungswesens“.
„Fräulein“ Meidners erste Adresse in Hamburg war das Haus Bismarckstraße 67b, mindestens von 1930 bis 1933 wohnte sie in Fuhlsbüttel im Woermannsweg 11. Ihre nächste Wohnung (bzw. ihr Zimmer) befand sich in der Werderstraße 7 „bei Wehl“ (s. dort). Am 1. September 1939 wurde dann ihr Einzug „bei Bandmann“ in der Haynstraße 5 (s. Elsa Schickler) auf der Kultussteuerkartei vermerkt. Bis zum 3. September 1941 wohnte Henny Beim Andreasbrunnen 7, danach verzeichnete die Meldekartei des Hauses Hegestraße 39 sie in einer Wohnung im ersten Stock als Untermieterin zusammen mit Pauline Sternberg (s. dort) und Ernst Goldschmidt (s. dort). Ihre letzte Adresse vor der Deportation nach Theresienstadt war Beneckestraße 6, ein „Judenhaus“.
Henny Meidner muss bei guter Gesundheit gewesen sein, denn die 84-Jährige überlebte die schrecklichen Zustände im Getto 2 ½ Monate lang. Als sie starb, wurde auf ihrer Todesfallanzeige ein Richard Meidner als Verwandter eingetragen. Ob es sich bei dem 17 Jahre jüngeren Berliner (geb. 28. Dezember 1875) um einen Cousin, Neffen oder evtl. Bruder handelte, den sie dort wiedergetroffen hatte, wissen wir nicht. Richard Meidner war mit dem Transport vom 27. August 1942 aus Berlin in Theresienstadt eingetroffen. Am 28. Oktober 1944 wurde er, knapp 69 Jahre alt, nach Auschwitz deportiert und ermordet.