Nicolai Tuschkin
* 1944
GÄRTNEREI BADE
HIER LEBTE
NICOLAI TUSCHKIN
GEB. 14.4.1944
MUTTER IN ZWANGSARBEIT
TOT 23.11.1944
Pinneberger Chaussee 155
Weitere Stolpersteine in Pinneberger Chaussee 155: Nicolai Tuschkin |
Nicolai Tuschkin, geb. 14.4.1944 bei Witebsk, verstorben 23.11.1944 Hamburg
Pinneberger Chaussee 155
Nicolai Tuschkin, geb. 14.4.1944 bei Witebsk, verstorben 23.11.1944 Hamburg
Pinneberger Chaussee 155 (Eidelstedt)
Nicolai Tuschkin kam am 14. April 1944 bei Witebsk zur Welt. Seine Eltern waren Anna Tuschkin, geb. Maschtschenko, und ein Soldat bei der Wehrmacht mit Nachnamen Tuschkin (sein Vorname ist nicht bekannt). Vermutlich hatte er sich zur deutschen Wehrmacht rekrutieren lassen. In den Sterbefallsammelakten ist die Staatsangehörigkeit „russisch“ angegeben.
Anna Tuschkin brachte ihren Sohn Nicolai „auf der Flucht im Kreise Witebsk“ in Weißrussland zur Welt. Wie sie mit ihm nach Hamburg-Eidelstedt in die Pinneberger Chaussee 155 gelangte, ist nicht bekannt. Dort musste sie für die Gärtnerei Walter Bade arbeiten. In diesem Betrieb war sie mit ihrem Säugling auch untergebracht. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für Nicolai völlig unzureichend.
Am 22. November 1944 wurde er in der Universitätsklinik Eppendorf mit der Diagnose „Kehlkopfdiphtherie“ aufgenommen. Am nächsten Tag, dem 23. November 1944, verstarb er dort um 15:45 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „absteigende Rachendiphtherie“ und als unterzeichnender Arzt Debes angegeben.
Nicolai wurde 7 Monate und 9 Tage alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand die Beisetzung am 30. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 12, Nr. 10. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Profitierender Betrieb
Gärtnerei Walter Bade