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Sara Selma Salomon
* 1885

HIER WOHNTE
SARA SELMA SALOMON
GEB. MEIER
JG. 1885
DEPORTIERT 1941
RIGA-JUNGFERNHOF
ERMORDET

Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße)

Weitere Stolpersteine in Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße): Leopold Falck | Johanna Holstein | Gustav Holstein | Anna Prager | Ida Prager | Marianne Melhausen | Gertrud Leiserowitz | Bernhard Leiserowitz | Julius Pilatus | David Pollak |

Leopold Falck, geb. 4.5.1880 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof
Jacob Cohn, geb. am 6.4.1884 in Hamburg, mehrfach inhaftiert, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort verstorben am 8.2.1942
Jacob Cohn, geb. am 6.4.1884 in Hamburg, mehrfach inhaftiert, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort verstorben am 8.2.1942
Anna Prager, geb. 1.7.1872 in Beneschau, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.9.1942 nach Treblinka
Anna Prager, geb. 1.7.1872 in Beneschau, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.9.1942 nach Treblinka
Marianne Melhausen, geb. 9.4.1864 in Hamburg, deportiert 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 26.9.1942 ins Vernichtungslager Treblinka
Bernhard Leiserowitz, geb. 13.3.1876 in Wronke/Posen, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, dort verstorben am 19.1.1943
Bernhard Leiserowitz, geb. 13.3.1876 in Wronke/Posen, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, dort verstorben am 19.1.1943
Julius Pilatus, geb. 16.4.1901 in Hamburg, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
David Pollak, geb. 20.5.1881 in Brünn in Mähren, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz

Hamburg Bezirke

Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße)

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Sara Selma Salomon, geb. Meier, geschiedene Pape, verwitwete Strohmeier, geb. am 30.8.1885 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof.

Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 46/47)

Sara Salomon wurde als Sara Meier am 30. August 1885 in der Hamburger Altstadt in der Straße Bei den Mühren 58 geboren. Ihre Eltern, der Schuhmacher Moses Meier (geb. 20.3.1846, gest. 27.3.1919) und Elise/Ester, geb. Pels (geb. 21.3.1846, gest. 17.1.1932), stammten aus Emden in Ostfriesland und hatten am 10. Mai 1881 in Hamburg geheiratet. Dem Ehepaar Meier wurden fünf Kinder geboren. Vor Sara kam Meier, Max genannt (geb. 16.1.1882), zur Welt, nach ihr Friederike (geb. 9.11.1887), Caroline (geb. 7.12.1889) und Louis (geb. 6.3.1892). Friederike und Louis starben noch in ihren Geburtsjahren. Die Familie wohnte seit 1899 im jüdischen Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße 46/47, Haus 1.

Nach Angaben ihrer Schwester Caroline, die am 23. November 1917 den nichtjüdischen Carl Wilhelm Haase geheiratet hatte, verdiente Sara ihren Lebensunterhalt als Verkäuferin. Am 8. Oktober 1910 heiratete sie den Arbeiter Julius Wilhelm Pape (geb. 22.11.1875 in Altona). Die Ehe wurde am 9. Mai 1920 geschieden. Eine zweite Ehe ging sie 1930 mit dem Möbeltischler Johann August Karl Strohmeier (geb. 16.5.1875 in Bremen) ein. Wie Julius Pape entstammte auch Johann Strohmeier einer nichtjüdischen Familie. Das Ehepaar Strohmeier wohnte in der Volksdorferstraße 28/30, Haus 2. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor. Nach dem Tod von Johann Strohmeier am 22. April 1933 erhielt Sara eine geringe Rente von 40 Reichsmark. Am 6. Juni 1935 ging sie eine dritte Ehe mit dem wesentlich älteren Witwer Max Salomon (geb. 21.6.1863) ein (s. Paula Lewald www.stolpersteine-hamburg.de).
Max Salomon gehörte der Deutsch-Israelitischen Gemeinde an und lebte seit Anfang der 1920er Jahre in der Schlachterstraße 46/47, Haus 5 und war ein früherer Nachbar von Saras Eltern. Ihr Vater Moses Meier war im Jahre 1919, ihre Mutter Elise Meier 1932 im Pflegeheim der Deutschen-Israelitischen Gemeinde in der Schäferkampsallee verstorben.

Sara Salomon wurde im Alter von 54 Jahren ein weiteres Mal Witwe, Max Salomon starb am 31. Mai 1940. Sie konnte noch für kurze Zeit in der Wohnung verbleiben, dann wurde das jüdische Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße zum „Judenhaus“ erklärt und diente als Sammelunterkunft für die bevorstehenden Deportationen. Sara Salomon wurde aus Platzmangel mit der Witwe Frieda Dannenberg (s. www.stolpersteine-hamburg.de) in das Haus 4 einquartiert. Am 6. Dezember 1941 sollte Sara Salomon ins Getto Riga deportiert werden, doch der Transport wurde in das Außenlager von Riga, zum Gut Jungfernhof umgeleitet. Ob sie dort oder später im Getto Riga ums Leben kam, ist unbekannt.

Ihr Bruder Max Meier hatte am 28. Januar 1909 Rosa Meyer (geb. 24.2.1882) geheiratet. Das Ehepaar hatte fünf Kinder. Max Meier arbeitete als Lagerist, Werftarbeiter und Bote. Aufgrund seiner Kriegsverletzung war er nur vermindert erwerbsfähig. Er starb am 2. Juli 1924. Seine Witwe Rosa Meier zog mit ihren noch unmündigen Kindern aus dem jüdischen Lazarus-Gumpel-Stift in der Schlachterstraße 46/47 in das Nanny-Jonas-Stift, Agathenstraße 3.
Rosa Meier wurde mit ihren Kindern, den Zwillingen Lothar und Anita (geb. 30.1.1919) und Sohn Henry (geb. 15.5.1915) am 8. November 1941 nach Minsk deportiert. Henrys Frau Inge Meier, geb. Rosendorf (geb. 27.9.1917), und Tochter Bela (geb. 1.3.1940) mussten ihnen zehn Tage später mit dem nächsten Transport folgen.

Rosas ältester Sohn Manfred Meier (geb. 20.12.1909) befand sich bereits am 25. Oktober 1941 mit seiner Frau Hedwig, geb. Vogel (geb. 23.2.1908), und dem Sohn Günther Max (geb. 11.3.1937) in einem Transport, der ins Getto „Litzmannstadt“ nach Lodz ging. Hedwig Meier war zum Zeitpunkt der Deportation hochschwanger. Sohn Berl wurde am 13. November 1941 im Getto geboren. Keiner von ihnen hat überlebt (s. Stolpersteine in Hamburg-Eimsbüttel und Stolpersteine in Hamburg-Bergedorf).

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