Wilhelm Samson
* 1875
HIER WOHNTE
WILHELM SAMSON
JG. 1875
DEPORTIERT 1941
RIGA
???
Schlüterstraße 22
Weitere Stolpersteine in Schlüterstraße 22: Jolanthe Fromm | Wilhelm Samson | Leo Lesser Jacobsohn | Lothar Bauer | Alfred Wolff | Bianca Wolff |
Samson Wilhelm, geb. 2.8.1875, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Jacobsohn Leo Lesser, geb. 24.6.1881, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
Bauer Lothar, geb. 28.4.1899, 1941 KZ Fuhlsbüttel, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Schlüterstraße 22
Samson Wilhelm, geb. 2.8.1875, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Wilhelm S. lebte mit seiner Frau Betty in der Breitenfelder Straße. Das Ehepaar besaß ein kleines Vermögen, das unter Sicherungsanordnung gestellt wurde. Sie mußten ca. RM 8.600 „Judenvermögensabgabe“ zahlen und durften für sich ab Januar 1940 monatlich RM 300 verbrauchen. Während Wilhelm S. Bruder nach Uruguay und sein Sohn Alfred nach Südafrika emigriert waren, verblieb Wilhelm S. in Hamburg. Vielleicht schlugen seine Auswanderungsbemühungen fehl, vielleicht wollte er seine Heimatstadt nicht verlassen.
Am 25. Juni 1941 starb Betty S., und Wilhelm S. zog zur Untermiete in der Grindelallee 153 bei Adolf ein. Als er den Deportationsbefehl erhielt, bewohnte er ein Zimmer in der Schlüterstr. 22 bei Wolff.
Nach dem Abtransport versteigerte die Firma Heinrich Schopman seinen Hausrat, der dem Deutschen Reich einen Reinerlös von gerade RM 86,48 einbrachte. Wilhelm S. hätte nach den Richtlinien, die das Reichssicherheitshauptamt jeweils für die Deportationen ausgab, nicht nach Riga deportiert werden dürfen, denn für diesen Transport war als Höchstalter 65 Jahre festgesetzt, das er bereits überschritten hatte. Auf Beschluß des Amtsgerichts HH wurde er im Jahr 1953 für tot erklärt, als Todesdatum angesetzt: „Ende 1945“.