Direkt zum Inhalt

Anni Dettmann
* 1907

HIER WOHNTE
ANNI DETTMANN
GEB. BIELEFELD
JG. 1907
DEPORTIERT 1941
LODZ
???

Hegestraße 1

Weitere Stolpersteine in Hegestraße 1: Paul Sternberg | Paula Knopf | Anni Dettmann |

Paul Sternberg, geb. 30.5.1902 in Hamburg, am 18.11.1941 nach Minsk deportiert
Paula Knopf, geb. Rosenbaum, geb. 21.12.1909 in Hamburg, am 25.10.1941 nach Lodz deportiert, am 12.1.1942 dort gestorben
Anni Dettmann, geb. Bielefeld, geb. 6.5.1907 in Hamburg, am 25.10.1941 nach Lodz deportiert, am 6.4.1942 nach Chelmno weiterdeportiert

Anni Dettmann, geb. Bielefeld, geb. 6.5.1907 in Hamburg, am 25.10.1941 nach Lodz deportiert, am 6.4.1942 nach Chelmno weiterdeportiert

Hegestraße 1

Anni Dettmann war die Tochter des jüdischen Hamburger Ehepaares Hermann und Bertha Bielefeld, geborene Jacobsohn. Sie war Arbeiterin, verschiedentlich wird sie als Packerin bezeichnet. Sie hatte zwei Töchter: Helga Bielefeld (geb. 31.5.1927), aus der Beziehung zu dem Hamburger Juden Gerhard Meyer, und Sigrid Dettmann (geb. 5.6.1931), aus der Ehe mit dem nichtjüdischen Gustav Dettmann. Diese Ehe wurde wieder geschieden. Die finanziellen Verhältnisse scheinen schwierig gewesen zu sein. Anni Dettmann blieb auch nach der Geburt der Töchter und der Heirat bei der unterdessen verwitweten Mutter in der Hegestraße 1, Hochparterre.

Ein Zimmer war an Paula Knopf (s. dort) untervermietet. Wie ihre Mutter war auch Anni Dettmann mehrmals von der Zahlung der Kultussteuer an die Gemeinde befreit. Annis Töchter wuchsen im Paulinenstift auf, dem Jüdischen Waisenhaus für Mädchen am Laufgraben 37, wo auch Halbwaisen und Kinder aus sozial schlecht gestellten jüdischen Familien aufgenommen wurden. Dieses Heim, wie auch das Waisenhaus für Knaben am Papendamm 3, fungierte seit Ende 1941 als „Judenhaus“.

Die Verschleppung, zunächst ins Getto Lodz/Litzmannstadt, erlitten Mutter und Töchter gemeinsam am 25. Oktober 1941.

Laut Anmeldeformular des Gettos wurde Anni Dettmann am 3. November 1941 zusammen mit neun weiteren Personen in zwei Zimmer (ohne Küche) in der Blattbinderstraße 12 eingewiesen. Ob auch die Töchter und Paula Knopf, die mit ihnen nach Lodz deportierte Mit­bewohnerin aus der Hegestraße, dort lebten, wissen wir nicht. Und es liegt ein weiteres Dokument aus Lodz vor: Danach wurde Anni Dettmann am 7. April 1942 „ausgewiesen“, d. h. sie wurde zur Ermordung nach Chelmno gebracht.

Auch Helga und Sigrid wurden ermordet, Paula Knopf starb am 12. Januar 1942 in Lodz.

Zurück zu den Suchergebnissen