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Clara Levy
* 1878

HIER WOHNTE
CLARA LEVY
GEB. PEIN
JG. 1878
DEPORTIERT 1941
RIGA
???

Isestraße 55

Weitere Stolpersteine in Isestraße 55: Walter John Israel | Hedwig Fürst | Isidor Fürst | Marianne Pincus | Ignatz Pincus | Herbert Pincus | Clara Levy | Martha Fürstenberg | Rudolf Fürst |

Max Israel, geb. 11.1.1875 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk, dort ermordet
Hedwig Fürst, geb. Zobel, geb.4.5.1874, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 23.7.1943 gestorben
Hedwig Fürst, geb. Zobel, geb.4.5.1874, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 23.7.1943 gestorben
Ignatz Pincus, geb. am 1.6.1871 in Posen, am 8.11.1941 nach Minsk deportiert
Ignatz Pincus, geb. am 1.6.1871 in Posen, am 8.11.1941 nach Minsk deportiert
Herbert Artur Pincus, geb. 6.11.1920, deportiert am 8.11. 1941 nach Minsk
Clara Levy, geb. Pein, geb. 18.11.1878 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Martha Fürstenberg, geb. Pein, geb. 1.2.1886 in Hamburg, deportiert am 25.10.41 nach Lodz
Hedwig Fürst, geb. Zobel, geb.4.5.1874, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 23.7.1943 gestorben

Clara Levy, geb. Pein, geb. 18.11.1878 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga

Clara Levy war mit dem Bankangestellten Albert Levy verheiratet. Das Paar hatte zwei Töchter. 1907 kam Susanne zur Welt, Rosalie 1914. Ende 1921 wurde Albert Levy zum stellvertretenden Direktor der Hauptfiliale der Dresdner Bank am Jungfernstieg 22 ernannt. 1926 zog Familie Levy vom Grindelberg in ein eigenes Haus in die Werderstraße 17.

1933 geriet die Schwester von Clara Levy, Martha Fürstenberg, in eine Notsituation, als ihr Mann als Kommunist vor den Nationalsozialisten in die Sowjetunion floh. Die Familie Levy nahm sie in ihrem Haus auf. Auch Albert Levy bekam die Maßnahmen der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik unmittelbar zu spüren. Die Großbanken hatten vereinbart, ihre Angestellten analog zu den gesetzlichen Vorgaben des Berufsbeamtengesetzes zu entlassen.

Schon im Juni 1933 mussten sämtliche Mitarbeiter einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie nach ihrer „arischen Abstammung“ befragt wurden. Im März 1934 wur­de Albert Levy in den Ruhestand versetzt. Im August 1936 starb er an den Folgen eines Unfalls.

Die Tochter Susanne, inzwischen eine verheiratete Fränkel, zog mit ihrem Mann in die Parkstraße und wanderte später in die USA aus. Auch Rosalie heiratete und verlegte ihren Wohnsitz nach Berlin. Sie hieß nun Rosalie Wolff.

1939 sah sich Clara Levy genötigt, ihren Anteil des Hauses in der Werderstraße zu verkaufen, um die sogenannte Judenabgabe bezahlen zu können. Das nichtjüdische Ehepaar Heins kaufte das Anwesen. Das Vermögen Clara Levys wurde auf Anordnung des Oberfinanzpräsidenten gesperrt, gestattet wurde ihr lediglich die Abhebung eines monatlichen Unterhalts. Die Schwestern Clara Levy und Martha Fürstenberg zogen nun zur Untermiete in die Isestraße 55. Im Dezember 1941 wurde Clara Levy nach Riga deportiert.

Einige Tage vor ihrer Deportation hatte sie noch einen Teil ihres Vermögens, das hauptsächlich aus Wertpapieren bestand, an den Jüdischen Religionsverband gespendet. Der Religionsverband finanzierte mit solchen Spenden die Kosten für die Ausrüstung der Transporte mit Lebensmitteln und Medikamenten und die Ausstattung der Transportteilnehmer mit Kleidung und Arbeits­geräten. Clara Levy wurde in Riga ermordet, ihre Tochter Rosalie wurde am 2. März 1943 aus Berlin nach Auschwitz deportiert und ebenfalls ermordet.

Die Tochter Susanne überlebte in den USA.

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