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Dr. Alfred Wolff
* 1880

HIER LERNTE
DR. ALFRED
WOLFF
JG. 1880
VERSORGUNG MIT
MEDIKAMENTEN VERHINDERT
TOT 30.11.1941

Maria-Louisen-Straße 114

Weitere Stolpersteine in Maria-Louisen-Straße 114: Ludwig Wolff | Dr. Alfred Wolff | Hugo Wolfers | Dr. Leopold Winterfeld | Hans Vincent Scharlach | Dr. Thomas G. Rosenmeyer | Dr. John Rittmeister | Johannes Prassek | Dr. Paul Oppens | Dr. Franz Oppens |

Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Hugo Wolfers, geb. 22.10.1875 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Leopold Winterfeld, geb. 22.5.1887, aus Frankreich deportiert nach Auschwitz, am 11.11.1942 in Lublin umgekommen
Hans Vincent („Hannes“) Scharlach, geb. am 27.6.1919 in Hamburg, am 30.12.1944 wg. „staatsabträglichen Verhaltens“ verhaftet, im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel inhaftiert, am 20.4.1945 in das KZ Neuengamme verlegt, dort zwischen dem 22. und dem 24. April ermordet
Dr. John Friedrich Carl Rittmeister, geb. am 21.8.1898 in Hamburg, hingerichtet am 13.5.1943 in Berlin-Plötzensee
Johannes Heinrich Wilhelm Prassek, geb. am 13.8.1911 in Hamburg, inhaftiert 18.5.1942, hingerichtet am 10.11.1943 im Untersuchungsgefängnis Hamburg
Bertha Oppens, geb.Schreyer, geb. am 15.10.1883 in Lissa/Leszno, deportiert am 24.3.1943 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 12.10.1944 nach Auschwitz und ermordet
Dr. Franz Oppens, geb. 7.3.1876 in Hamburg, am 28.7.1944 deportiert nach Auschwitz

Hamburg Bezirke

Maria-Louisen-Straße 114

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Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941

Schlüterstraße 22
Trostbrücke 2-6
Maria-Louisen-Straße 114 (Schule)

Bianca Wolff, geb. 6.12.1887, am 19.7.1942 nach Theresienstadt und am 29.1.1943 nach Auschwitz deportiert

Schlüterstraße 22

Alfred W., Sohn eines Apothekers, hatte in Hamburg die Gelehrtenschule Johanneum besucht. Er studierte von 1899 bis 1902 in Berlin, Genf, München und Kiel, legte sein Erstes Staatsexamen 1903 in Kiel ab, wurde im selben Jahr promoviert und bestand 1906 das Zweite Staatsexamen in Hamburg. Seinen Versuchen, in den Staatsdienst zu gelangen, war einige Jahre wenig Erfolg beschieden, was ihn deprimierte, zumal er 1908 heiraten wollte. Aus der Personalakte wird deutlich, daß seine Zugehörigkeit zur „mosaischen Konfession“ den Vorgesetzten Probleme bereitete.

Doch ab 1910 amtierte der Jurist als Landrichter. Das Ehepaar bekam die Tochter Jolanthe. Alfred W. hatte sich – so sein Enkel – während des Ersten Weltkrieges bei einem Gasangriff ein Leiden zugezogen, von dem er sich zeitlebens nicht erholte.

Nach dem Krieg wechselte er in die Wirtschaft als Banksyndikus und arbeitete ab 1925 als Rechtsanwalt. Als nach dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft den jüdischen Rechtsanwälten Berufsverbot erteilt wurde, gehörte er zu den Ausnahmen, weil er als Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges galt.

Alfred W. praktizierte von 1932 bis 1935 in der Moorweidenstr. 7 und von 1936 bis 1938 in der Schlüterstr. 22, beides sowohl Wohn- wie Praxisadresse. Wegen seines Leidens mußte er – so sein Enkel - bestimmte Medikamente einnehmen, die ihm nach Kriegsausbruch nicht mehr verschrieben worden seien. Als Folge dessen sei er früher verstorben als es bei angemessener medikamentöser Versorgung der Fall gewesen wäre. Tatsächlich verboten Erlasse den Ärzten, Juden "hochwertige Medikamente" zu verordnen.

Alfred W. wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Ilandkoppel (Ohlsdorf) begraben. Die Tochter des Ehepaares, Jolanthe, hatte Hamburg im März 1939 gerade noch rechtzeitig verlassen können: Verwandte in England bürgten für sie, so daß sie einreisen und als Dienstmädchen arbeiten durfte.

Ihre Mutter Bianca W. blieb nach ihrer Abreise und dem Tod des Ehemannes allein zurück. Sie zog in die Innocentiastr. 37, wo sie den Deportationsbefehl nach Theresienstadt erhielt. Von dort wurde sie am 29. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie am 1. Februar eintraf und ermordet wurde.

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