Günther Nachum
* 1925
HIER WOHNTE
GÜNTHER NACHUM
JG. 1925
DEPORTIERT 1941
MINSK
ERMORDET
Grindelhof 29
Weitere Stolpersteine in Grindelhof 29: Günther Nachum | Ruth Nachum | Else Nachum | Emil Nachum |
Erinnerungen an meinen Jugendfreund Günther Nachum
Emil Eleasar Nachum, geb. am 22.8.1893 in Hamburg, am 8.11.1941 nach Minsk deportiert, ermordet
Emil Eleasar Nachum, geb. am 22.8.1893 in Hamburg, am 8.11.1941 nach Minsk deportiert, ermordet
Emil Eleasar Nachum, geb. am 22.8.1893 in Hamburg, am 8.11.1941 nach Minsk deportiert, ermordet
© Yad Vashem
Grindelhof 29
Erinnerungen an meinen Jugendfreund Günther Nachum
Es liegt alles schon so lange zurück und so viel ist seit damals geschehen. Ganze Familien wurden ausgelöscht, oft ohne irgendwelche Verwandten zu hinterlassen, die sich nach dem Krieg über das Schicksal ihrer Lieben informieren wollten. Bei dem Ehepaar Nachum und deren Kindern Ruth und Günther sehe ich, dass entfernte Verwandte in Kanada nach ihnen bei Yad Vashem geforscht haben.
Also gibt es Menschen, die sich an diese Familie erinnern, und so lange das so ist, sind die Nachums nicht völlig aus der Welt verschwunden und auch die jetzt verlegten Stolpersteine werden an sie erinnern.
Günther war mein Klassenkamerad und auch ein guter Freund. Er war ein großer gut aussehender und gutmütiger Junge. Ich sehe noch hin und wieder sein sommersprossiges Gesicht vor mir. Ich glaube sogar, dass wir dieselbe Schulbank in der Talmud Tora Realschule drückten.
In den Pausen spielten wir Schlagball mit aus dem zusammengeknüllten Pergamentpapier der Schulbrote. Oft, natürlich unbeabsichtigt, trafen wir dabei die Lehrer, die den Schulhof in den Pausen beaufsichtigten.
Günther und ein Klassenkamerad mit Nachnamen Wolf (seinen Vornamen habe ich leider vergessen) wie auch Heinz Israel und ich hatten einen Klub gegründet mit Statuten und Regeln. Wir spielten zusammen Monopoli und Mini-Fußball auf einem Brett mittels handbetätigten Miniatur-Fußballern.
Im September 1938 holte man aus unserer Schule alle polnischen Schüler und vertrieb sie samt ihrer Familien nach Polen.
Und dann kam ein Malheur nach dem anderen. Die „Kristallnacht“ und was ihr folgte.
Ich ging in ein Vorbereitungslager für die Ausreise nach Palästina nach Blankenese und verlor so den Kontakt zu Günther.
Die Nachums befanden sich auf demselben Transport wie auch meine Mutter, nach Minsk.
Ich denke gerne noch an Günther und sein gutherziges Lächeln.