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Kurt Bielefeld
* 1913

HIER WOHNTE
KURT BIELEFELD
JG. 1913
DEPORTIERT 1941
MINSK
ERMORDET

Wrangelstraße 32

Weitere Stolpersteine in Wrangelstraße 32: Mathel Bielefeld | Marion Bielefeld | Kurt Bielefeld | Hella Bielefeld |

Alfred Bielefeld * 31.01.1874 in Hamburg, deportiert nach Minsk 18.11.1941
Alfred Bielefeld * 31.01.1874 in Hamburg, deportiert nach Minsk 18.11.1941
Kurt Bielefeld, geb. am 6.9.1913 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk
Alfred Bielefeld * 31.01.1874 in Hamburg, deportiert nach Minsk 18.11.1941

Kurt Bielefeld
© Traute Olsen
Marion & Kurt Bielefeld
Erzähler: Thomas Karallus Sprecherin (Zeitzeugin): Traute Olsen
Hamburg Bezirke

Wrangelstraße 32

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Kurt Bielefeld, geb. am 6.9.1913 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk
Marion Bielefeld, geb. Siemon, geb. am 15.2.1918 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk
Hella Bielefeld, geb. am 9.3.1938 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk
Mathel Bielefeld, geb. am 10.3.1941 in Hamburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk

Wrangelstraße 32

Kurt Bielefeld war das einzige Kind des Monteurs Alfred Bielefeld und dessen Frau Helene, ge­b. Cohn. Beide hatten 1911 geheiratet, zwei Jahre vor Kurts Ge­burt. Mitte der 1930er Jahre lernte Kurt die fünf Jahre jüngere Marion Sie­mon kennen. Sie war die Tochter von Leo und Sippora Siemon, geborene La­za­­­rus. Im Sommer 1936 verlobten sich Kurt und Marion und gaben ihrer Freu­de darüber durch eine Anzeige im „Ham­­bur­ger Familienblatt für die isra­eli­tischen Ge­mein­den Hamburg, Altona, Wands­bek und Harburg“ Ausdruck, das alle Gemein­de­­­mit­glie­der kostenlos erhielten. Zu der Zeit wohn­ten beide ge­mein­sam im Klei­nen Schä­­­fer­­kamp 33. Ein Jahr später hei­ra­te­ten sie und zogen in die Wran­gelstraße 32.

Am 9. März 1938 wurde ihre Tochter Hella geboren. Kurt Bielefeld konnte sich in jener Zeit trotz zunehmender Aus­grenzung, En­t­rech­tung und Ver­fol­­gung der Jüdinnen und Juden in Deutsch­land nicht vorstellen, dass seine Familie in Gefahr geraten würde. Schließ­lich hatte sein Vater im Ersten Welt­krieg für das Deutsche Reich gekämpft und war mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Doch in der Nacht vom 9. auf den 10. No­vember 1938 verhaftete die Gestapo Kurt Bielefeld und brachte ihn ins KZ Sachsenhau­sen. Nach seiner Freilassung versuchte er alles, um sich und seine Familie in Sicherheit zu bringen. Ende August 1939 stellte er bei der Devi­sen­stelle des Oberfinanzpräsidenten einen Antrag auf Mitnahme von Um­zugsgut, um nach New York auszuwandern. Er reichte umfangreiche Listen all der Dinge ein, welche die Familie mitnehmen wollte, darunter Werkzeug, den Brautkranz seiner Frau und ein „Tagebuch (Kind)“, das bei­de zu Hellas Geburt geschenkt be­kom­men hat­ten. Doch die Pläne ließen sich nicht ver­­­wirklichen. Mitte Oktober 1939 und er­neut Ende Januar 1940 in­formierte Kurt Bielefeld die Devisen­stelle darüber, er kön­ne „zurzeit nichts unternehmen“, um auszuwandern. Da hatte die Familie bereits ihre Wohnung in der Wrangelstraße verlassen und in das „Juden­haus“ in der Grin­del­allee 23 ziehen müssen.

Am 10. März 1941 bekamen Kurt und Marion Bielefeld ihre zweite Tochter, Mathel. Ein halbes Jahr später erhielt die Familie den Bescheid zur „Evakuierung“. Zusammen mit Kurt Bie­le­­felds Eltern, die in das „Judenhaus“ in der Bundesstraße 43 eingewiesen worden waren, und Marion Bielefelds Mutter Sippora Siemon, die im „Judenhaus“ in der Rutsch­bahn 25a wohn­te, wurden sie am 18. November 1941 nach Minsk de­por­tiert. Zu dem Zeit­punkt war Hella Biele­feld drei Jahre, ihre Schwester Ma­thel gerade ein halbes Jahr alt. Nie­mand aus der Fa­milie überlebte.

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