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Kurt Hirsch
* 1915

HIER WOHNTE
KURT HIRSCH
JG. 1915
DEPORTIERT 1941
ERMORDET IN
MINSK

Eschenstieg 3

Weitere Stolpersteine in Eschenstieg 3: Josephine Rosenthal | Else Rosenthal | Reinhard Rosenthal | Johanna Hirsch | Kurt Hirsch |

Josephine Olga Rosenthal, geb. Epstein, geboren am 8.10.1878 in Ibbenbüren, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Else Rosenthal, geboren am 2.3.1911 in Ibbenbüren, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Reinhard Rosenthal, geboren am 20.1.1933, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Johanna Fanny Hirsch, geb. Rosenthal, geboren am 22.11.1908 in Ibbenbüren, deportiert am 8.11.1941 ins Getto Minsk, dort verschollen
Kurt Hirsch, geboten am 31.10.1915 in Frimmersdorf, deportiert am 8.11.1941 ins Getto Minsk, dort verschollen

Kurt Hirsch, geboten am 31.10.1915 in Frimmersdorf, deportiert am 8.11.1941 ins Getto Minsk, dort verschollen

Eschenstieg 3

Kurt Hirsch wurde am 31.10.1915 als Sohn des jüdischen Ehepaares Max und Rike Hirsch in Frimmersdorf im Rheinland geboren. Über seine Kindheit und Schulbildung ist nichts bekannt.

1931, mit 16 Jahren, begann Kurt eine Schlachterlehre in der alteingesessenen jüdischen Metzgerei Leopold in der Grabenstraße 16 in Königswinter (daselbst Stolpersteine für Mathilde, Selma und Max Leopold). Nach bestandener Gesellenprüfung verließ Kurt im Mai 1934 Königswinter. Möglicherweise arbeitete er für einige Zeit in der von Alfred Jacobsohn geführten Pension Adler in Bad Nenndorf. Dort, in der Parkstraße 8, erinnert ein Stolperstein an ihn (Die groben biographischen Angaben dort widersprechen allerdings den hier recherchierten Angaben).

Im Juli 1934 meldete sich Kurt Hirsch bei der Jüdischen Gemeinde in Hamburg an. Arbeit hatte er in der Schlachterei von Gustav Kaiser in der Großen Prinzenstraße 43 in Altona gefunden. Seine Steuerkarte bei der Jüdischen Gemeinde vermerkt unter dem Datum 4.1.1937 „unbekannt" verzogen.

Da war Kurt nach Hamburg in die Wohnung von Josephine Rosenthal im Eschenstieg 3 in Eimsbüttel gewechselt. Die wohnte dort mit ihren Töchtern Else und Johanna sowie Johannas Sohn Reinhard (siehe Biografie www.stolpersteine-hamburg.de). Um die Wohnung finanzieren zu können, hatte sie zwei Zimmer untervermietet. Als jüdischer Schlachter fand Kurt Hirsch im nationalsozialistischen Deutschland keine neue Anstellung. Deshalb verdingte er sich beim Hamburger Tiefbau-Unternehmen Vogt als "Erdarbeiter", für 73 Pfennige pro Stunde.

Kurt Hirsch und Johanna Rosenthal wurden ein Paar. Sie heirateten am 7. Juli 1939 und wohnten weiterhin bei der Mutter. Kurt adoptierte Johannas Sohn nicht. Anfang 1940 wurde Kurt arbeitslos, Ende des Jahres traf dies dann auch seine Frau Johanna, die bis dahin als Haushaltshilfe und Putzfrau gearbeitet hatte.

Mitte Dezember 1940 wurden die beiden in ein sogenanntes „Judenhaus" in die Breite Straße 56 in Altona eingewiesen. Ihren Sohn Reinhard ließ Johanna bei der Mutter im Eschenstieg zurück. In „Judenhäusern“ konzentrierten die Nationalsozialisten jüdische Menschen, denen sie 1939 per Gesetz den Mieterschutz entzogen hatten. Die Häuser wurden von der Geheimen Staatspolizei kontrolliert und dienten später auch als Sammelorte für Deportationen.

Im Februar 1941 wurde Kurt Hirsch laut Fürsorge-Akte erwerbsunfähig geschrieben. Am 8. November 1941 dann wurden Kurt und Johanna Hirsch ins Getto Minsk deportiert. Dort verliert sich ihre Spur.

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