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Magda Spiegel
* 1887

ALTISTIN
MAGDA SPIEGEL
JG. 1887
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
AUSCHWITZ 1944
ERMORDET

Dammtorstraße 28 (Oper)

Weitere Stolpersteine in Dammtorstraße 28 (Oper): Bruno Wolf | Viktor Ullmann | Magda Spiegel | Joseph Schmidt | Kurt Abraham Salnik | Ottilie Metzger-Lattermann | Jacob Kaufmann | Mauritz Kapper | Camilla Fuchs | Hermann Frehse |

Bruno Wolf, geb. am 25.5.1872 in Sahr/Mähren, gestorben am 7.10.1937 in Hamburg
Viktor Ullmann, geb. am 1.1.1898 in Teschen, deportiert am 8.9.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 16.10.1944 nach Auschwitz-Birkenau, ermordet am 18.10.1944 in Auschwitz-Birkenau
Magda Spiegel, geb. am 8.11.1887 in Prag, deportiert am 1.9.1942 von Frankfurt nach Theresienstadt, ermordet am 19.10.1944 in Auschwitz
Joseph Schmidt, geb. am 4.3.1904 in Dawideny (Bukowina), gest. 16.11.1942 im Internierungslager Girenbad (Kanton Zürich)
Kurt Abraham Salnik, geb. am 17.10.1894 in Riga, deportiert Juli 1941 ins Getto Riga
Ottilie Metzger-Lattermann, geb. am 15.7.1878 in Frankfurt/Main, deportiert am 10.10.1942 nach Auschwitz-Birkenau
Jacob Kaufmann, geb. 23.4.1870, deportiert nach Theresienstadt am 19.7.1942, dort am 8.2.1943 gestorben
Mauritz Kapper, geb. am 19.3.1882 in Amsterdam, überlebte
Thekla Daltrop, geb. Fuchs, geb. am 28.5.1883 in Prag, Freitod am 24.10.1941 in Hamburg
Hermann Wilhelm Frehse, geb. 26.7.1896, zwölf Mal inhaftiert zwischen 1926 und 1938, gestorben nach Mai 1940, Ort und Zeitpunkt bisher unbekannt

Hamburg Bezirke

Dammtorstraße 28 (Oper)

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Magda Spiegel, geb. am 8.11.1887 in Prag, deportiert am 1.9.1942 von Frankfurt nach Theresienstadt, ermordet am 19.10.1944 in Auschwitz

Dammtorstraße 28 (Oper)

Magda Spiegel war eine europaweit berühmte Sängerin (Alt) mit festen Engagements am Neuen Deutschen Theater in Prag (ab 1907), am Stadttheater Düsseldorf (1909–1916) und am Opernhaus Frankfurt (1917–1935); daneben gab sie Gastspiele u.a. in Berlin, Dresden, Hamburg, Paris, Stuttgart und Wien. „Die dramatischen, die intriganten Rollen in den Verdi und Wagner Opern, das waren ihre Glanzrollen. Mit diesen Partien begründete sie ihren Ruf als eine der besten Altistinnen im deutschsprachigen Raum. Klarheit, Kraft und Intensität – eine beeindruckende Stimme. Auch zeitgenössische Komponisten wie Paul Hindemith, Franz Schreker oder Richard Strauss trugen der Sängerin Partien ihrer Opern an.“

Im NS-Deutschland verweigerten die Opernhäuser ihr ab 1933 große Gesangsrollen, dann folgten die Entlassung (Dezember 1934) und ein Auftrittsverbot (1935), gesellschaftliche Isolierung, finanzielle Ausplünderung und schließlich die Deportation.

Magda Spiegel lebte in Frankfurt am Main. 1936/37 zog sie aus der Cronstettenstraße 2/Lichtensteinstraße 2 in die Holzhausenstraße 16. Nach der Wohnungskündigung dort 1941 wechselten ihre Adressen in kurzen Abständen: Bockenheimer Anlage 5, Joseph-Haydn-Straße 55 (Mendelssohnstraße) und Hansaallee 7. Am 1. September 1942 wurde sie von Frankfurt am Main ins Getto Theresienstadt deportiert.

Im Getto Theresienstadt wirkte die 55-jährige Altistin bei Opernarienabenden mit. Zeitzeugen erinnerten sich an sie als einen der „Sterne von Theresienstadt“. Claudia Becker bei der Stolpersteineinweihung in Frankfurt: „Magda Spiegel – eine gefeierte, verehrte Altistin. Als assimilierte Jüdin, als unpolitische Person, als Tschechin, die im Ausland lebte und sich der deutschsprachigen Bevölkerung des Landes verbunden fühlte, eine Frau ohne Kinder, ohne Nachfahren und Verwandte, die an sie hätten erinnern können, fällt Magda Spiegel durch das Gitter der Gedenkvereinigungen und Erinnerungsmöglichkeiten. Nach 1945 ist Magda Spiegel fast aus dem Gedächtnis der Stadt Frankfurt und des kulturellen Lebens in Deutschland verschwunden.“

Am 19. Oktober 1944 wurde Magda Spiegel während der sogenannten Herbsttransporte in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie vermutlich direkt nach ihrer Ankunft im Gas ermordet wurde.

An sie erinnert ein Stolperstein in Frankfurt am Main-Nordend in der Holzhausenstraße 16, wo sie von 1936 bis 1941 wohnte, sowie in Hamburg-Neustadt vor der Staatsoper (2007). Die Hamburger Stolpersteinverlegung bezog sich auf eine Ausstellung in der Hamburgischen Staatsoper und soll dauerhaft an Magda Spiegels Verfolgungsschicksal vor dieser Kultureinrichtung erinnern.

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