Richard Hoffmann
* 1882
DR. RICHARD
HOFFMANN
LANDGERICHTSDIREKTOR
JG. 1882
DEPORTIERT 1941
LODZ
ERMORDET 14.3.1943
Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude
Weitere Stolpersteine in Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude: Dr. Hermann Moritz Falk | Heinrich Basch | Anna Rosenberg | Leonhard Stein | Walter Rudolphi | Alfred Rinteln | Wilhelm Prochownick | Lambert Leopold | Kurt (Curt) Ledien | Richard Hoffmann |
Heinrich Basch, geb. 27.3.1900 in Wien, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
Anne Rosenberg, geb. 29.10.1894 in Elmshorn, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, weiterdeportiert am 10.5.1942 nach Chelmno
Dr. Leonhard Stein, geb. 8.7.1894 in Hamburg, am 25.10.1941 nach Lodz deportiert, dort am 29.8.42 gestorben
Dr. Walter Rudolphi, geb. 27.5.1880 in Hamburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.10.1944 nach Auschwitz, dort am 30.10.1944 ermordet
Dr. Alfred Rinteln, geb. 27.7.1891 in Essen, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort am 20.6.1942 gestorben
Dr. Wilhelm Prochownick, geb. am 19.9.1878 in Hamburg, inhaftiert am 9.2.1943 KZ Fuhlsbüttel, Todesdatum 27.3.1943
Else Leopold, geb. am 8.3.1891, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, weiter deportiert am 15.5.1942 nach Chelmno
Dr. Kurt Ledien, geb. am 5.6.1893, ab 27.9.1943 Zwangsarbeit in Berlin, ab 2.3.1944 Haft in Fuhlsbüttel, ab Mitte Dezember 1944 Haft in Neuengamme, dort ermordet am 22. oder 23.4.1945
Elisabeth Hoffmann, geb. Danziger, verw. Haase, geb. 16.6.1886 in Köln; am 25.10.1942 deportiert nach Lodz, dort am 26.4.1944 umgekommen
Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude
Elisabeth Hoffmann, geb. Danziger, verw. Haase, geb. 16.6.1886 in Köln; am 25.10.1942 deportiert nach Lodz, dort am 26.4.1944 umgekommen
Dr. Richard Hoffmann, geb. 4.3.1882 in Hamburg, am 25.10.1941 deportiert nach Lodz, dort am 14.3.1943 umgekommen
Die Isestraße 67 ist die letzte Adresse des Ehepaares Hoffmann in Hamburg, bevor es nach Lodz deportiert wurde. Spätestens im Frühjahr zogen Hoffmanns hier ein, vorher wohnten sie in der Alten Rabenstraße.
Richard Hoffmann war der Sohn des Arztes Dr. Jacob, genannt Georg, Hoffmann, der seine Praxis am Gänsemarkt 64 führte. Kurz vor seinem Abitur an der Gelehrtenschule des Johanneums am 28. August 1900 trat er zum evangelischen Glauben über. Sein Studium an den Universitäten München, Freiburg und Berlin schloss er am 25. April 1904 in Berlin mit der ersten juristischen Prüfung ab.
Während seines Referendariats in Hamburg erwarb er am 3. August 1904 an der Universität Heidelberg den juristischen Doktorgrad. Sein zweites juristisches Examen bestand er am 17. Oktober 1907 in Hamburg. Eine Woche später wurde er zum Assessor und am 1. Oktober 1912 zum Amtsrichter ernannt. Während des Ersten Weltkriegs diente er bei der Militärverwaltung Oberbefehlshaber Ost und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Am 18. Januar 1926 zum Landgerichtsdirektor ernannt, übernahm er den Vorsitz einer Zivilkammer.
1930 heiratete er Elisabeth Haase, geb. Danziger, eine verwitwete Cousine, die aus ihrer ersten Ehe die Töchter Ursula und Renate mitbrachte. Durch Bescheid des Reichsministers der Justiz vom 19. Dezember 1935 wurde Richard Hoffmann auf Grund des § 4 Abs. 2 der 1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruhestand versetzt. Die beiden Töchter verließen Deutschland Ende 1938 und gingen nach Großbritannien. Richard und Elisabeth Hoffmann zeigten den Behörden zwar im Juni 1941 an, in die USA auswandern zu wollen, konnten dies aber nicht mehr verwirklichen.
Mit dem ersten Hamburger Transport wurden sie am 25. Oktober 1941 nach Lodz deportiert. Von dort wandte sich Richard Hoffmann mehrfach unter der Anschrift Litzmannstadt-Getto, Hohensteinerstr. 43, Zimmer 33 an die Justizkasse und bat um Überweisung seines Ruhegehalts; wegen seines Alters habe er keine Arbeit und befinde sich in besonderer Notlage. Unter dem 22. Juli 1942 beschied ihn das Oberlandesgericht, dass sein Vermögen, zu dem auch die Versorgungsansprüche gehörten, zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen worden sei.
Richard Hoffmann ist am 14. März 1943, seine Ehefrau Elisabeth am 26. April 1944 in Lodz umgekommen.