Röschen Wertheim
* 1877
HIER WOHNTE
RÖSCHEN WERTHEIM
GEB. STEIN
JG. 1877
DEPORTIERT 1941
RIGA
???
Grindelallee 134
Weitere Stolpersteine in Grindelallee 134: Rachel Pincus | Röschen Wertheim | Minna Meyer | Sophie London | Alfred London | Leopold Hirsch | Bella Hirsch | Malchen Berlin | Gerda Baruch | Betty Bandmann |
Rachel Pincus, geb. am 22.7.1876, deportiert am 6.12.1941 nach Riga, dort umgekommen
Röschen Wertheim, geb. Stein, geb. am 19.12.1877 in Neustadtgödens, deportiert am 6.12.1941 nach Riga, ermordet
Minna Meyer, geb. Berlin * 30.1.1883, deportiert 6.12.1941 nach Riga
Leopold Hirsch, geb. am 05.05.1896 in Samter, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk 1944
Leopold Hirsch, geb. am 05.05.1896 in Samter, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk 1944
Minna Meyer, geb. Berlin * 30.1.1883, deportiert 6.12.1941 nach Riga
Gerda Baruch, geb. am 23.6.1896 in Harburg, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk, dort umgekommen
Betty Bandmann, geb. Joachimsohn, geb. am 22.7.1876 in Breslau, deportiert am 6.12.1941 nach Riga, dort ermordet
Grindelallee 134
Röschen Wertheim, geb. Stein, geb. am 19.12.1877 in Neustadtgödens, deportiert am 6.12.1941 nach Riga, ermordet
Grindelallee 134
Röschen Wertheim war die Witwe des 1925 in Münster verstorbenen jüdischen Kaufmanns Simon Wertheim. Ihre Kinder waren Edith (geboren 1902), Alfred (geboren 1904) und Paul (geboren 1913). Alle drei konnten emigrieren, die Söhne nach Palästina, die Tochter in die USA. In Osnabrück war Röschen Wertheim zusammen mit ihrem Bruder Gustav Stein und ihrem Sohn Alfred Wertheim Inhaberin des Kaufhauses S. Wertheim in der Großen Straße 80/81 im Zentrum der Stadt. Außerdem gehörte der Familie ein Wohnhaus in der Martinistraße 28 in Osnabrück. Das Kaufhaus wurde im November 1935 „arisiert“ und das Wohnhaus 1938 enteignet.
1937 zog Röschen Wertheim zu ihrer Tochter Edith nach Hamburg. Diese hatte 1927 Viktor Herzfeld geheiratet. Die beiden Kinder Fritz-Ludwig und Margret waren 1928 bzw. 1929 zur Welt gekommen. Doch die Ehe scheiterte und wurde 1933 geschieden. Da Edith von ihrem Mann keine finanzielle Unterstützung bekam, ließ sie sich als Physiotherapeutin ausbilden. Sie konnte aber ihre in Deutschland begonnene Ausbildung nur in Schweden fortsetzen, wo sie sie mit einem Diplom abschloss.
1934 kehrte Edith Herzfeld nach Hamburg zurück. Kurze Zeit wohnte sie zur Untermiete in der Feldbrunnenstraße 18 bei Bachrach. Dann zog sie mit ihren Kindern in eine Vierzimmerwohnung in der Grindelallee 7. Den Lebensunterhalt verdiente sie mit schwedischen Heilmassagen. Da sie nur jüdische Patientinnen und Patienten behandeln durfte, von denen immer mehr Deutschland verließen, sah sie hier auch für sich keine Perspektive mehr und emigrierte im Mai 1938 mit ihren Kindern in die USA. Röschen Wertheim schenkte ihr von dem kleinen Rest ihres Vermögens 6000 Reichsmark als Startkapital.
Sie selbst blieb in Hamburg zurück. Aus der bisherigen Wohnung musste sie ausziehen. Bis zur Deportation bewohnte Röschen Wertheim als Untermieterin der Familie Hirsch ein Zimmer in der Grindelallee 134. Am 6. Dezember 1941 wurde sie nach Riga-Jungfernhof deportiert. Wann genau sie dort ums Leben kam, ist nicht bekannt.
Auch in Osnabrück erinnert heute ein Stolperstein an Röschen Wertheim. Er liegt vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Martinistraße 28.