Teressa Scira
* 1943
TERESSA SCIRA
GEB. 25.12.1943
FRAUENKLINIK FINKENAU
TOT 27.12.1943
Suhrenkamp 98
Weitere Stolpersteine in Suhrenkamp 98: Hanka Scira | Teressa Scira | Harald Kosmo | Oskar Neeth | Jasper Holtmann |
Teressa Scira, geb. am 25.12.1943 in Hamburg; von ihrer Mutter im Konzentrationslager Fuhlsbüttel ausgetragen, zwei Tage nach ihrer Geburt in der Frauenklink Finkenau am 27.12.1943 verstorben
Teressa Scira, geb. am 25.12.1943 in Hamburg; von ihrer Mutter im Konzentrationslager Fuhlsbüttel ausgetragen, zwei Tage nach ihrer Geburt in der Frauenklink Finkenau am 27.12.1943 verstorben
Harald Kosmo, geb. 25.7.1919 in in Ørsnes/Vågan (Lofoten), inhaftiert ab 21.3.1941 in Svolvær/Norwegen, im Zuchthaus Fuhlsbüttel bis 21.10.1942, gestorben am 23.10.1942 im Versorgungsheim Oberaltenallee
Oskar Emil Neeth, geb. am 1.4.1908 in Neustettin, gestorben am 23.5.1943 im KZ Neuengamme
Jasper Peter Holtmann, geb. am 29.11.1904 auf Helgoland, Flucht in den Tod am 19.1.1939 im KZ Fuhlsbüttel
Suhrenkamp 98
Teressa Scira, geb. am 25.12.1943 in Hamburg; von ihrer Mutter im Konzentrationslager Fuhlsbüttel ausgetragen, zwei Tage nach ihrer Geburt in der Frauenklink Finkenau am 27.12.1943 verstorben
Hanka Scira, geb. am 12.1.1913 in Kuridniki, Zwangsarbeit, verhaftet 1943 Gefängnis Fuhlsbüttel, 8.2.1944 KZ Ravensbrück, Schicksal unbekannt
Suhrenkamp 98, Gedenkstätte KZ und Strafanstalten Fuhlsbüttel
Teressas Mutter Hanka Scira (geb. am 12.1.1913 in Kuridniki) war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten. Später wurde sie im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert und saß dort hochschwanger ein. Die Haftgründe und die Dauer ihrer Haftzeit sind nicht bekannt. Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Hanka Scira in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Dort brachte sie am 25. Dezember 1943 ihre Tochter Teressa zur Welt.
Zwei Tage nach der Entbindung verstarb Teressa am 27. Dezember 1943 um 4:45 Uhr in der Frauenklinik Finkenau. In der Todesanzeige der Frauenklinik ist als Todesursache "Tentoriumriß" (Einriß der Hirnhaut durch starke Verformung des Kopfes bei der Geburt) und als unterzeichnender Arzt Hoffmann angegeben. Des Weiteren ist dort über die Mutter vermerkt "ohne Erwerb".
Teressa wurde 2 Tage alt.
Der Ort ihrer Beisetzung ist nicht bekannt. Nach dem Wochenbett erfolgte am 7. Januar 1944 für Hanka Scira die Rückverlegung in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel. Einen Monat später wurde sie als "politischer Häftling" mit einem Transport vom 8. Februar 1944 in das KZ Ravensbrück überstellt. Auf einer Transport- und Zugangsliste vom 8. Februar 1944 im KZ Ravensbrück ist ihr Name mit Geburtsdatum und der Inhaftierungsnummer 28195 verzeichnet. Der Vermerk "polit." weist auf den Grund ihrer Verhaftung hin, politische Motive. Aufgeführt ist Hanka Scira (hier Haska genannt) auf dieser Liste zusammen mit 63 weiblichen Häftlingen verzeichnet. Sie selbst ist eingeordnet bei den 45 politischen Gefangenen (davon 1 Belgierin, 6 Französinnen, 1 Holländerin, 3 Kroatinnen, 8 Polinnen, davon 1 Polin mit der Angabe "Verkehr mit Deutschen", 12 Tschechinnen, 4 mit der Angabe "Deutsches Reich a. Widerruf", 1 Frau als "staatenlos" vermerkt, 2 Frauen, vermutlich Deutsche, mit der Angabe "Verkehr mit Polen", 1 Frau, vermutlich eine deutsche, mit der Angabe "Verkehr mit Franzosen", 5 Frauen ohne Angabe der Nation und 1 Frau mit der Angabe "Jüdin 1. Grades"), 14 Frauen wurden als "asozial" stigmatisiert (von denen 6 am 2. Oktober 1944 in das Lager Zwodau verbracht wurden, das seit 1. September 1944 dem KZ Flossenbürg unterstand) und 4 Frauen, die die Kennzeichnung "B.V." erhalten hatten, was offiziell "Befristete Vorbeugehaft" bedeutete, im Lager jedoch für sog. "Berufsverbrecher" stand. Bis auf Hanka Scira und eine weitere Polin sind die "politischen" Polinnen weiterverlegt worden, vier Polinnen am 20. September 1944 nach Oranienburg, eine Polin nach Dresden und eine nach Magdeburg.
In der Häftlingskartei des für die Konzentrationslager zuständigen Wirtschaftsverwaltungshauptamtes (WVHA) ist Hanka Scira in einer Überstellung zum Konzentrationslager Neuengamme verzeichnet, mit dem Datum 31.8.1944, was aber nicht auf das Transportdatum hinweisen muss. Die Frauen wurden in ein Außenlager des KZ Neuengamme verbracht. Es müsste das Arbeitslager Watenstedt bei Salzgitter gewesen sein, wo Häftlinge unter menschenunwürdigen Lebensverhältnissen bei der Herstellung von Granaten für die Stahlwerke Braunschweig eingesetzt wurden, denn eine zweite Registrierung für Hanka Scira vom 19. Oktober 1944 weist auf eine Rückführung vom Arbeitslager Watenstedt nach Ravensbrück hin. Sie erhielt die Haft-Nr. 78873.
Über Hanka Sciras weiteres Schicksal ist bisher nichts bekannt.