Wolodimir Patrowskij
* 1944
HIER GEBOREN
WOLODIMIR
PATROWSKIJ
GEB. 14.8.1944
MUTTER IN ZWANGSARBEIT
REICHSBAHN EIDELSTEDT
WOHNUNGSBAU
TOT 5.9.1944
Redingskamp 89 (vor Supermarkt)
Weitere Stolpersteine in Redingskamp 89 (vor Supermarkt): Wolodimir Patrowskij |
Wolodimir Patrowskij, geb. 14. 8.1944 Hamburg, verstorben 5.9.1944 Hamburg
Redingskamp 89 (vor Supermarkt)
Wolodimir Patrowskij, geb. 14. 8.1944 Hamburg, verstorben 5.9.1944 Hamburg
Redingskamp 89 (Eidelstedt)
ehemals Reichsbahnlager Eidelstedt - Bankstraße
Wolodimir Patrowskijs Eltern, Iraida, geb. Rosljakowa, geb. am 17. August 1923 in Buskinaki/Leningrad, und Oleg Patrowskij, waren griechisch-katholisch-orthodoxen Glaubens.
Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, mussten sie in Hamburg-Eidelstedt für die Kleine Wohnungsbaugesellschaft, die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für Reichsbahnbedienstete mbH, Zwangsarbeit leisten. Sie kamen in das Lager Reichsbahn „Bankstraße“ (heute Redingskamp).
Dort brachte Iraida ihren Sohn Wolodimir zur Welt. In diesem Lager musste Wolodomir die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend. Die Eintragung „arisch“ in seiner Ausländermeldekarteikarte deutet auf eine bei seiner Mutter durchgeführte „Rasseprüfung“ hin.
Zwei Wochen nach seiner Geburt wurde Iraida Patrowskaja mit einer „Mastitis“ (Brustentzündung) am 29. August 1944 zusammen mit ihrem Sohn als „Begleitkind“ im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn aufgenommen.
Nach sieben Tagen verstarb Wolodimir dort am 5. September 1944 um 16:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses wurde als Todesursache „Lebensschwäche“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Wolodimir wurde 3 Wochen und 1 Tag alt.
Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 12. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 25. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Nach dem Tod ihres Sohnes verblieb Iraida Patrowskaja noch sechs Wochen im Krankenhaus. Am 18. Oktober 1944 wurde sie in das Lager Eidelstedt zurückverlegt, weiter zur Zwangsarbeit für die Kleine Wohnungsbaugesellschaft.
Von der Zwangdsarbeit profitierender Betrieb
Gemeinnützige Wohnungs-Baugesellschaft für Reichsbahnbedienstete mbH