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Alfred Wolff
* 1880

ALFRED WOLFF
JG. 1880
VERSORGUNG MIT
MEDIKAMENTEN VERHINDERT
TOT 30.11.1941

Trostbrücke 2–6

Weitere Stolpersteine in Trostbrücke 2–6: Alfred Wolff | Heinrich Wohlwill | Ernst Werner | Salomon Siegmund Schlomer | Walter Ludwig Samuel | Ferdinand Rosenstern | Ernst Moritz Rappolt | Kurt Perels | Moritz Nordheim | Heinrich Mayer |

Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Dr. Heinrich Wohlwill, geb. 7.2.1874 in Hamburg, am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 31. Januar 1943 ermordet
Ernst Franz Werner, geb. 6.12.1875 in Zörbig, am 6.12.1941 deportiert nach Riga
Salomon (Siegmund) Schlomer, geb. 6.7.1853 in Lübeck-Moisling, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 15.8.1942 ermordet
Dr. Walter Ludwig Oscar Samuel, geb. 28.9.1875 in Hamburg, in den Tod getrieben am 25.3-1943 in Hamburg
Ferdinand Rosenstern, geb. 11.11.1880 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Dr. Ernst Moritz Rappolt, geb. 12.5.1868 in Hamburg, Freitod am 9.4.1942
Kurt Ferdinand Lothar Perels, geb. 9.3.1878, Flucht in den Tod am 10.9.1933
Dr. Moritz Nordheim, geb. 1.2.1873 in Kassel, Suizid am 18.8.1938 in Hamburg
Heinrich Mayer, geb. 6.2.1866 in Worms, Tod am 2. Dezember 1942 in Theresienstadt.

Alfred Wolff
© Ray Fromm
Hamburg Bezirke

Trostbrücke 2–6

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Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941

Schlüterstraße 22
Trostbrücke 2-6
Maria-Louisen-Straße 114 (Schule)

Bianca Wolff, geb. 6.12.1887, am 19.7.1942 nach Theresienstadt und am 29.1.1943 nach Auschwitz deportiert

Schlüterstraße 22

Alfred W., Sohn eines Apothekers, hatte in Hamburg die Gelehrtenschule Johanneum besucht. Er studierte von 1899 bis 1902 in Berlin, Genf, München und Kiel, legte sein Erstes Staatsexamen 1903 in Kiel ab, wurde im selben Jahr promoviert und bestand 1906 das Zweite Staatsexamen in Hamburg. Seinen Versuchen, in den Staatsdienst zu gelangen, war einige Jahre wenig Erfolg beschieden, was ihn deprimierte, zumal er 1908 heiraten wollte. Aus der Personalakte wird deutlich, daß seine Zugehörigkeit zur „mosaischen Konfession“ den Vorgesetzten Probleme bereitete.

Doch ab 1910 amtierte der Jurist als Landrichter. Das Ehepaar bekam die Tochter Jolanthe. Alfred W. hatte sich – so sein Enkel – während des Ersten Weltkrieges bei einem Gasangriff ein Leiden zugezogen, von dem er sich zeitlebens nicht erholte.

Nach dem Krieg wechselte er in die Wirtschaft als Banksyndikus und arbeitete ab 1925 als Rechtsanwalt. Als nach dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft den jüdischen Rechtsanwälten Berufsverbot erteilt wurde, gehörte er zu den Ausnahmen, weil er als Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges galt.

Alfred W. praktizierte von 1932 bis 1935 in der Moorweidenstr. 7 und von 1936 bis 1938 in der Schlüterstr. 22, beides sowohl Wohn- wie Praxisadresse. Wegen seines Leidens mußte er – so sein Enkel - bestimmte Medikamente einnehmen, die ihm nach Kriegsausbruch nicht mehr verschrieben worden seien. Als Folge dessen sei er früher verstorben als es bei angemessener medikamentöser Versorgung der Fall gewesen wäre. Tatsächlich verboten Erlasse den Ärzten, Juden "hochwertige Medikamente" zu verordnen.

Alfred W. wurde auf dem jüdischen Friedhof an der Ilandkoppel (Ohlsdorf) begraben. Die Tochter des Ehepaares, Jolanthe, hatte Hamburg im März 1939 gerade noch rechtzeitig verlassen können: Verwandte in England bürgten für sie, so daß sie einreisen und als Dienstmädchen arbeiten durfte.

Ihre Mutter Bianca W. blieb nach ihrer Abreise und dem Tod des Ehemannes allein zurück. Sie zog in die Innocentiastr. 37, wo sie den Deportationsbefehl nach Theresienstadt erhielt. Von dort wurde sie am 29. Januar 1943 nach Auschwitz deportiert, wo sie am 1. Februar eintraf und ermordet wurde.

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