Dietrich Johannes von der Reith
* 1900
HIER WOHNTE
DIEDRICH JOHANNES
VON DER REITH
JG. 1900
VERHAFTET 1933
KZ FUHLSBÜTTEL
GEHENKT 12.12.1933
UG HAMBURG
Rehmstraße 16
Weitere Stolpersteine in Rehmstraße 16: Erwin Christen | Dietrich Johannes von der Reith |
Erwin Christen, geb. 26.3.1920 in Hamburg, aufgenommen in den damaligen Alsterdorfer Anstalten (heute Evangelische Stiftung Alsterdorf) am 16.4.1929, „verlegt“ in die Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen bei Passau am 10.8.1943, gestorben am 7.3.1944
Diedrich Johannes von der Reith, geb. 7.12.1900 in Altona, gestorben am 12.12.1933 (Suizid im Untersuchungsgefängnis Hamburg)
Rehmstraße 16
Diedrich Johannes von der Reith, geb. 7.12.1900 in Altona, gestorben am 12.12.1933 (Suizid im Untersuchungsgefängnis Hamburg)
Diedrich von der Reith war Seemann und ein Cousin des KPD-Bürgerschaftsabgeordneten Willy von der Reith. Er gehörte der KPD und der Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter an. Seit Dezember 1929 war er mit Emma Wilhelmine, geb. Christen, verheiratet. Offenbar emigrierte er Anfang der 1930er Jahre in die Sowjetunion und wurde dort am 14. April 1931 als politischer Emigrant anerkannt. Warum und wann er zurückkehrte, ist nicht bekannt. Am 30. September 1933 wurde Diedrich von der Reith in Hamburg in "Schutzhaft" genommen, es hieß, als Geisel für seinen geflüchteten Cousin. (Dieser betätigte sich zunächst in der illegalen KPD-Parteiarbeit in Lübeck und kämpfte später im Spanischen Bürgerkrieg.) Diedrich von der Reith wurde am 9. Oktober 1933 ins Konzentrationslager Fuhlsbüttel überstellt und dort schwer misshandelt. Wegen der Vernehmungen im Gestapo-Hauptquartier an der Stadthausbrücke wurde er im Untersuchungsgefängnis am Holstenglacis untergebracht. Als er hörte, dass er bald wieder zurück ins Konzentrationslager sollte, nahm er sich durch Erhängen das Leben. Angesichts der Misshandlungsspuren an seinem Körper weigerte sich der Anstaltsarzt, den Totenschein auszustellen, so der Historiker Herbert Diercks.
Stand Juli 2014