Galina Nasarowa
* 1944
GALINA NASAROWA
GEB. 27.5.1944
ERMORDET 2.11.1944
Essener Straße 54
Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |
Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944
Essener Straße 54
Galina Nasarowa, geb. am 27.5.1944 in Hamburg, gestorben am 2.11.1944
Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn
Galina Nasarowa kam am 27. Mai 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Paraskowija Nasarowa, geb. 1910 in Lomokzoje/Kursk, war vermutlich russisch- orthodoxen Glaubens. In der Ausländermeldekartei ist sie registriert als „orthodox“ und verheiratet; Name und Schicksal ihres Ehemannes sind nicht bekannt. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Wandsbek als „Hilfsarbeiterin“ bei Karl und A. Wenkhaus, Rohstoffe für Textilindustrie, Kunstwoll-, Kunstbaumwoll- und Papierfabrikation, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Zwangsarbeitslager von Bargenstraße 48 untergebracht. Im siebten Monat ihrer Schwangerschaft wurde Paraskowija Nasarowa am 18. März 1944 nach Hamburg-Langenhorn in das „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg Nr. 4, verlegt und zur Zwangsarbeit bei der Hanseatischen Kettenwerk GmbH (HAK) eingesetzt.
Am Tag der Geburt ihres Kindes kam sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Acht Tage nach der Entbindung, am 4. Juni 1944, wurde sie mit ihrer Tochter Galina zurück in das „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“ entlassen. In diesem Zwangsarbeitslager musste Galina die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend.
Am 2. Oktober 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Fieberhafte Pyodermie“ (Hautinfektion) eingeliefert. Dort verstarb sie einen Monat später am 2. November 1944 um 6:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pyodermien mit Hautabszessen“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Galina wurde 5 Monate und 6 Tage alt.
Acht Tage nach ihrem Tod wurde Galina am 10. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt, Grablage: Q 39, Reihe 13, Nr. 12. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Paraskowija Nasarowa wurde am 15. November 1944 zur Zwangsarbeit für die Hans Still
Motorenfabrik nach Hamburg-Billstedt, Boberg, verlegt und dort im Lager Hamburger Chaussee 303 (heute Steinberger Hauptstraße) untergebracht.