Gertrud Holländer
* 1881
HIER WOHNTE
GERTRUD HOLLÄNDER
JG. 1881
DEPORTIERT 1941
MINSK
???
Isestraße 69
Weitere Stolpersteine in Isestraße 69: Ernst Maren | Michael Frankenthal | Bertha Brach | Henriette Leuschner | Rosalie Blum | Henry Blum | Selma Satz | Liesel Abrahamsohn | Gertrud Böhm | Lydia Wolff |
Michael Frankenthal, geb. 1.9.1866 in Lübeck, deportiert 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort verstorben 4.11.1942
Bertha Brach, geb. Kleve, geboren am 18.10.1878 in Lübeck, am 11.7.1942 deportiert nach Auschwitz
Henriette Leuschner, geb. Blum, geb. am 16.5.1859 in Hamburg, nach Theresienstadt deportiert am 15.7.1942, weiterdeportiert nach Treblinka am 29.9.1942
Henriette Leuschner, geb. Blum, geb. am 16.5.1859 in Hamburg, nach Theresienstadt deportiert am 15.7.1942, weiterdeportiert nach Treblinka am 29.9.1942
Henriette Leuschner, geb. Blum, geb. am 16.5.1859 in Hamburg, nach Theresienstadt deportiert am 15.7.1942, weiterdeportiert nach Treblinka am 29.9.1942
Günther Satz, geb. 13.3.1923 in Hamburg, deportiert am 8.11.41 nach Minsk
Josephine Rosenbaum, geb. Beit, adoptierte Elbe, geb. am 17.12.1877, am 6.12.1941 nach Riga deportiert
Louis Böhm, geb. 19.8.1863 in Groß-Dombrowska, Posen, deportiert am 18.11.1941 nach Minsk
Lydia Wolff, geb. Lychenheim, geb. 5.10.1878 in Richtenberg, Freitod am 14.7.1942
Isestraße 69
Fri(e)da Holländer, geb. 29.10.1889 in Hamburg, am 18.11.1941 deportiert nach Minsk
Gertrud Holländer, geb. 7.7.1881 in Hamburg, am 18.11.1941 deportiert nach Minsk
Die unverheirateten Schwestern Frida und Gertrud Holländer gehörten zu einer bekannten Hamburger jüdischen Familie. Sie waren Töchter des Marcus Max Holländer und seiner Frau Anna Flora, geborene Iklé. Ihre beiden älteren Brüder, Albert, geboren 1877, ein angesehener Rechtsanwalt und in mehreren bedeutenden Ehrenämtern tätig, und der Kaufmann Franz, geboren 1883, lebten in der Nähe.
Frida und Gertrud gehörten der evangelischen Kirche an. 1920 zog ihre verwitwete Mutter nach Köln. Sie überließ den Schwestern jeweils einen gut eingerichteten Haushalt. Ihr eigenes Einkommen war vergleichsweise gering. Beide gaben als Beruf Gewerbelehrerin an. Von Frida Holländer wissen wir, dass sie in der Großen Theaterstraße 34/35 eine private Kochschule betrieb und einen Mittagstisch unterhielt. Außerdem bezog sie eine Lehrerinnenpension, von welcher Einrichtung ist nicht bekannt. Das Gebäude in der Großen Theaterstraße gehörte der Familie, auch die Brüder hatten dort Geschäftsräume und Kanzlei.
1937 wanderte Franz Holländer zunächst ohne seine Familie in Richtung Kanada aus. Im August 1937 überließ er per Vertrag seinen Besitzanteil an dem Gebäude in der Großen Theaterstraße seiner Schwester Frida, mit der Auflage, aus den Einkünften seine Frau und seine Kinder zu unterstützen, bis sie ihm in die Emigration folgen konnten. Später wurde das Gebäude vom Staat beschlagnahmt, ohne dass jemals ein Preis dafür gezahlt wurde. Pelzmantel und Silberbesteck wurden den Schwestern 1938 genommen.
Gertrud Holländer zog erst 1939 von der Stammannstraße, wo sie wahrscheinlich eine eigene Wohnung hatte, zu ihrer Schwester in die Isestraße. Von dort aus wurden Frida und Gertrud Holländer am 18. November 1941 nach Minsk deportiert.
Ihr Bruder Albert und seine Frau Martha wurden am 11. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Über das Ehepaar ist in dem Band „Stolpersteine“ in Hamburg-Winterhude berichtet.