Ilda Konforowitsch
* 1944
ILDA
KONFOROWITSCH
GEB. 29.4.1944
ERMORDET 18.9.1944
Essener Straße 54
Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |
Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944
Essener Straße 54
Ilda Konforowitsch, geb. am 29. 4.1944 in Hamburg, gestorben am 18.9.1944
Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn
Ilda Konforowitsch kam am 29. April 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Valentina Konforowitsch, geb. am 24.3.1925 in Bobinzi, war ledig und vermutlich russisch-orthodoxen Glaubens, registriert als „orthodox“. Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, musste sie in Hamburg-Billstedt für die Vereinigte Jute-Spinnereien und Webereien AG Zwangsarbeit leisten. In welchem der Billstedter Firmenlager Valentina Konforowitsch untergebracht war, etwa in der Altmannstraße 7 (heute Geesttwiete), Am Geesthang 2–6, Geesttwiete 2–6, Hamburger Straße 96 oder Posthornstieg, geht aus der Ausländermeldekartei nicht hervor.
Im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 24. Januar 1944 nach Hamburg-Langenhorn verlegt und als „Hilfsarbeiterin“ bei der Hanseatischen Kettenwerk GmbH (HAK) eingesetzt. Sie war nun im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, untergebracht.
Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Valentina Konforowitsch in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Neun Tage nach der Entbindung, am 7. Mai 1944, wurde sie mit ihrer Tochter Ilda zurück in das „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“ entlassen. Nach dem Eintrag in Ildas Ausländermeldekarteikarte ist Josef Knikberg ihr Vater. Im Zwangsarbeitslager Tannenkoppel musste Ilda die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Ilda verstarb dort am 18. September 1944 um 7:00 Uhr. In der Todesanzeige des Polizeipräsidenten, unterzeichnet „i. A. Hillmann L. A.“, ist nach „amtlichen Ermittlungen“, ohne Angabe eines Arztes als Todesursache „eitrige Bronchitis u. Dickdarmkatarrh“ angegeben. Im Sterberegister findet sich der zusätzliche Eintrag „Einatmen erbrochenen Mageninhalts“.
Ilda wurde 4 Monate, 2 Wochen und 6 Tage alt.
Zehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 28. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 7, Nr. 9. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Valentina Konforowitsch wurde am 6. Januar 1945 in das Lager Collaustraße (heute Spengelweg), Hamburg-Lokstedt, verlegt. Dort waren Betriebe des Kohlenhandels, Hamburger Maschinen- und Apparatebau, Bauunternehmen, Hochtief AG und die Blechwarenfabrik Cochu AG ansässig.