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Iwan Poliwara
* 1944

IWAN POLIWARA
GEB. 10.7.1944
ERMORDET 30.1.1945

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

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Iwan Poliwara, geb. am 10.7.1944 in Hamburg, gestorben am 30.1.1945

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn

Iwan Poliwara kam am 10. Juli 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Uliana Poliwara, geb. am 22.12.1923 in Morisiwka, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) bzw. die Deutsche Meßapparate GmbH (Messap) Zwangsarbeit leisten. Sie war im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, untergebracht.

Am Tag der Geburt ihrer Zwillinge wurde Uliana Poliwara in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung, am 18. Juli 1944, kam sie mit ihren beiden Kindern Iwan und Lydia zurück in das Lager Tannenkoppel. Dort mussten Iwan und Lydia die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 27. September 1944 verstarb Iwans Zwillingsschwester Lydia im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn; die angegebene Todesursache lautet „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung).

Iwan lebte danach im „Ostarbeiterlager“ Tannenkoppel noch vier weitere Monate. Viel zu spät wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Am 30. Januar 1945 verstarb er auf dem Weg in die Universitätsklinik Eppendorf. In der Sterbefallanzeige des Standesamtes Eppendorf ist als Todesursache „Enteritis“ (Darmentzündung) und als unterzeichnender Arzt „Faue“ (?) angegeben.

Iwan wurde 6 Monate, 2 Wochen und 6 Tage alt.

Fünfzehn Tage nach seinem Tod fand am 14. Februar 1945 seine Beisetzung, wie zuvor die seiner Zwillingsschwester, auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 16. Sein Grab und das seiner Schwester sind nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurden sie zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

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