Paul Kowalewa
* 1944
PAUL KOWALEWA
GEB. 20.3.1944
ERMORDET 23.9.1944
Essener Straße 54
Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |
Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944
Essener Straße 54
Paul Kowalewa, geb. am 20.3.1944 in Hamburg, gestorben am 23.9.1944
Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn
Paul Kowalewa kam am 20. März 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Olga Kowalewa, geb. am 15.5.1918 in Selitschewka/Tschernigow, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, musste sie seit dem 7. Dezember 1943 in Hamburg Zwangsarbeit leisten, ab dem 6. Januar 1944 für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK ) in Hamburg-Langenhorn. Sie war im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Olga Kowalewa in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung, am 29. März 1944, kam sie mit ihrem Sohn Paul zurück in das „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“. In diesem Zwangsarbeitslager musste Paul die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn dort völlig unzureichend.
Am 16. September 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ eingeliefert. Dort verstarb er nach sieben Tagen, am 23. September 1944 um 0:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.
Paul wurde 6 Monate und 3 Tage alt.
Sechs Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 29. September 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 7, Nr. 11. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Seine Mutter Olga Kowalewa musste weiterhin in Hamburg Zwangsarbeit leisten; am 30. September 1944 wurde sie nach Hamburg-Finkenwärder verlegt, am 28. Januar 1945 kam sie in das Lager der Deutschen Werft.