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Raisa Lomonossowa
* 1944

RAISA
LOMONOSSOWA
GEB. 12.7.1944
ERMORDET 11.10.1944

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

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Raisa Lomonossowa, geb. am 12.7.1944 in Hamburg, gestorben am 11.10.1944

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn

Raisa Lomonossowa kam am 12. Juli 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Darija Lomonossowa, geb. am 5.4.1918 in Taramowskaja, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie seit dem 24. Mai 1942 in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH ( HAK ) Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Tannenkoppel, Weg 4, untergebracht.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Darija Lomonossowa in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung, am 20. Juli 1944, kam sie mit ihrer Tochter Raisa zurück in das Lager Tannenkoppel. In diesem Zwangsarbeitslager musste Raisa die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend.

Am 10. Oktober 1944 wurde sie in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „?“ eingeliefert. (In der Krankenhausliste ist sie mit dem Nachnamen Wasusuna verzeichnet.) Einen Tag darauf verstarb sie dort am 11. Oktober 1944 um 2:15 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Thymustod“ (plötzlicher Kindstod) „laut Sektionsbefund“ und als unterzeichnende Ärztin „Frl. Steinbömer“ (Assistenzärztin Anneliese Steinbömer) angegeben. Demnach ist ihre Leiche ohne Einwilligung der Mutter zu Forschungszwecken verwendet worden.

Raisa wurde 2 Monate, 4 Wochen und 1 Tag alt.

Zwölf Tage nach ihrem Tod fand am 23. Oktober 1944 ihre Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 15. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Darija Lomonossowa ist bis zum 4. Januar 1945 in Langenhorn registriert.

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