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Reinhard Rosenthal
* 1933

HIER WOHNTE
REINHARD ROSENTHAL
JG. 1933
DEPORTIERT 1941
LODZ
ERMORDET 3.5.1942

Eschenstieg 3

Weitere Stolpersteine in Eschenstieg 3: Josephine Rosenthal | Else Rosenthal | Reinhard Rosenthal | Johanna Hirsch | Kurt Hirsch |

Josephine Olga Rosenthal, geb. Epstein, geboren am 8.10.1878 in Ibbenbüren, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Else Rosenthal, geboren am 2.3.1911 in Ibbenbüren, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Reinhard Rosenthal, geboren am 20.1.1933, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Johanna Fanny Hirsch, geb. Rosenthal, geboren am 22.11.1908 in Ibbenbüren, deportiert am 8.11.1941 ins Getto Minsk, dort verschollen
Kurt Hirsch, geboten am 31.10.1915 in Frimmersdorf, deportiert am 8.11.1941 ins Getto Minsk, dort verschollen

Reinhard Rosenthal, geboren am 20.1.1933, deportiert am 25.10.1941 ins Getto Lodz, am 3.5.1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.

Eschenstieg 3

Reinhard Rosenthal kam am 20.1.1933 in der Frauenklinik Finkenau in Hamburg als unehelicher Sohn von Johanna Fanny Rosenthal zur Welt. Über seinen Erzeuger gibt es keine Angaben, seine Mutter arbeitete als Putzfrau in der Deutsch-Israelitischen Mädchenschule in der Karolinenstraße und war wegen ihres geringen Verdienstes auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Reinhard war von Geburt an krank, bereits mit vier Monaten musste er mehrere Wochen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Im Juni 1933 beschrieb ihn die Wohlfahrts-Betreuerin als „zart und in der Entwicklung zurückgeblieben“ und wies seiner Mutter drei Mark Unterstützung pro Woche für Milchmarken an.

Reinhard lebte zunächst mit seiner Mutter Johanna bei deren Schwester Meta Cohen in der Marktstraße 94 (Biografie siehe www.stolpersteine-hamburg.de). Die Wohnung war eng und dunkel, zudem war Johanna auf staatliche Unterstützung angewiesen. So gab sie ihren Sohn, als der ein Jahr alt war, zu ihren Eltern in ihre Heimatstadt Ibbenbüren.

1937 starb Reinhards Großvater Leopold. Für seine Großmutter Josephine wurde das Leben in Ibbenbüren immer schwerer und so ging sie mit Reinhard zurück nach Hamburg. Zunächst kamen die beiden wieder bei Reinhards Mutter Johanna unter, die immer noch der Marktstraße wohnte. 1939 fand Reinhards Großmutter dann eine Parterre-Wohnung im Eschenstieg 3 – dort zog neben Reinhards Mutter Johanna auch noch seine Tante Else ein.

Als jüdischem Kind standen Reinhard keine staatlichen Schulen mehr zu, also meldete ihn seine Mutter im Frühjahr 1939 in der Talmud-Tora-Schule im Grindelviertel an. Hier blieb Reinhard bis zu seiner Deportation im Herbst 1941 - da war er gerade in die dritte Klasse gekommen.

Im Sommer 1939 heiratete Reinhards Mutter den jüdischen einstigen Metzgergesellen und jetzigen Hilfsarbeiter Kurt Hirsch – den sie als Untermieter im Eschenstieg 3 kennengelernt hatte. Das Paar lebte weiter mit Reinhard, Johannas Schwester Else und der Mutter zusammen.

Ende des Jahres 1940 wurden Johanna und Kurt Hirsch in ein sogenanntes „Judenhaus" in die Breite Straße 56 in Altona eingewiesen. In „Judenhäusern“ konzentrierten die Nationalsozialisten jüdische Menschen, denen sie 1939 per Gesetz den Mieterschutz entzogen hatten. Die Häuser wurden von der Geheimen Staatspolizei kontrolliert und dienten später auch als Sammelorte für Deportationen.

Ihren Sohn Reinhard ließ Johanna bei ihrer Mutter zurück. Die wiederum zog mit dem Jungen und ihre Tochter Else Anfang 1941 ein letztes Mal um – in die Wrangelstraße 37. Am 25.10.1941 dann wurde Reinhard, acht-einhalb-jährig, mit den beiden Frauen aus Hamburg ins Getto Lodz im besetzten Polen deportiert. Gut sechs Monate später, am 3. Mai 1942, wurde er ins Vernichtungslager Chelmno ausgewiesen und dort ermordet.

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