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Walentina Beretschnoj
* 1944

WALENTINA
BERETSCHNOJ
GEB. 3.6.1944
ERMORDET 15.11.1944

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

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Walentina Beretschnoj, am 3.6.1944 in Hamburg, gestorben am 15.11.1944

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn

Walentina Beretschnoj kam am 3. Juni 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Eltern, Anna, geb. Spertschuk, geb. am 8.9.1920 in Russland, und Wasili Beretschnoj, geb. am 1.7.1913 in der Ukraine, waren vermutlich russisch-orthodoxen Glaubens, registriert als „orthodox“. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, mussten sie, Anna seit dem 25. April 1942 und Wasilij seit dem 30. April 1942 in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) Zwangsarbeit leisten und waren im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, getrennt im Frauen- und Männerlager untergebracht.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Anna Beretschnoj im Krankenhaus Alsterdorf aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung, am 12. Juni 1944, kam sie mit ihrer Tochter Walentina zurück in das Lager Tannenkoppel. In diesem Zwangsarbeitslager musste Walentina die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie dort völlig unzureichend.

Am 8. Juli 1944 wurde sie mit der Diagnose „Dyspepsie“ (Verdauungsstörung) in das Hamburger Krankenhaus Wintermoor in Ehrhorn eingeliefert, wo sie drei Monate blieb.

Am 10. Oktober 1944 kam sie zusammen mit den Säuglingen Wera Kasmnilowa, geb. am 10.4.1944, und Woysili Kontratjuk, geb. am 26.3.1944, die seit dem 5. August 1944 wegen „Unterernährung“ in Wintermoor untergebracht waren, zurück in das „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“. Zeitgleich wurde aus diesem Lager der Säugling Swetlana Filatowa, geb. am 27.2.1944 (in der Krankenhausliste fälschlicherweise mit dem Datum 1945 angegeben), ebenfalls mit der Diagnose „Dyspepsie“ nach Wintermoor gebracht.

Nachdem Walentina zwanzig Tage im „Ostarbeiterlager Tannenhof“ verbracht hatte, kam sie erneut in ein Krankenhaus, diesmal in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn.

Dort verstarb sie sechzehn Tage später, am 15. November 1944 um 4:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Walentina wurde 5 Monate und 12 Tage alt.

Zehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 25. November 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 12, Nr. 1. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Über das Schicksal der Säuglinge Wera, Woysili und Swetlana ist bisher nichts weiter bekannt.

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