David Pollak
* 1881
HIER WOHNTE
DAVID POLLAK
JG. 1881
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
1944 AUSCHWITZ
ERMORDET
Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße)
Weitere Stolpersteine in Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße): Leopold Falck | Johanna Holstein | Gustav Holstein | Anna Prager | Ida Prager | Marianne Melhausen | Gertrud Leiserowitz | Bernhard Leiserowitz | Julius Pilatus | David Pollak |
Leopold Falck, geb. 4.5.1880 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof
Jacob Cohn, geb. am 6.4.1884 in Hamburg, mehrfach inhaftiert, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort verstorben am 8.2.1942
Jacob Cohn, geb. am 6.4.1884 in Hamburg, mehrfach inhaftiert, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort verstorben am 8.2.1942
Anna Prager, geb. 1.7.1872 in Beneschau, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.9.1942 nach Treblinka
Anna Prager, geb. 1.7.1872 in Beneschau, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.9.1942 nach Treblinka
Marianne Melhausen, geb. 9.4.1864 in Hamburg, deportiert 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 26.9.1942 ins Vernichtungslager Treblinka
Bernhard Leiserowitz, geb. 13.3.1876 in Wronke/Posen, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, dort verstorben am 19.1.1943
Bernhard Leiserowitz, geb. 13.3.1876 in Wronke/Posen, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, dort verstorben am 19.1.1943
Julius Pilatus, geb. 16.4.1901 in Hamburg, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
David Pollak, geb. 20.5.1881 in Brünn in Mähren, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz
Großneumarkt 38 (vorm. Schlachterstraße)
David Pollak, geb. 20.5.1881 in Brünn in Mähren, deportiert am 19.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz
Großneumarkt 38 (Schlachterstraße 32/33)
Der Schneider David Pollak war als Sohn des jüdischen Ehepaares Chajim Abraham Pollak und Betti, geb. Stiasny, in Brünn (heute Brno in Tschechien), der Hauptstadt Mährens geboren worden. Am 21. Juni 1910 hatte er in Hamburg die nichtjüdische Bergmannstochter Emma Ziegenbein (geb. 25.1.1889 in Sankt Andreasberg) geheiratet. Der Standesbeamte vermerkte bei den Brautleuten „Dissidenten“, d.h., sie gehörten keiner Religionsgemeinschaft an. Das Paar wohnte mit dem gemeinsamen Sohn Ernst Arthur, der am 11. April 1910 zur Welt gekommen war, in der Brüderstraße 19.
David Pollak gehörte vor 1933 der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) an. Ob er sich auch noch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme politisch betätigte, ist nicht bekannt.
Nach den Nürnberger Gesetzen aus dem Jahr 1935 lebte David Pollak in einer „privilegierten Mischehe“. Ein Schutz, der entfiel, als seine Ehe geschieden wurde. Emma Pollak heiratete 1939 noch einmal und hieß in zweiter Ehe Brückner.
David Pollak gab die Wohnung auf, die er seit 1916 in der Schlachterstraße 32/33 bewohnt hatte. 1939 lebte er als Untermieter im Neuen Steinweg 27 bei Rosenheim. Seinen Deportationsbefehl erhielt er im nahegelegenen „Judenhaus“, dem ehemaligen Lazarus-Gumpel-Stift, Haus 2. Seine Unterkunft dort musste er sich mit dem Witwer John Schickler (s. www.stolpersteine-hamburg.de) teilen. Am 19. Juli 1942 wurden sie gemeinsam ins Getto Theresienstadt deportiert.
David Pollak wurde am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterdeportiert. Von den 1.599 Personen dieses Transportes überlebten nur 42.
Der Sohn Arthur bewohnte ein Zimmer in der Michaelisstraße 18, seine Verlobte konnte er als „Mischling ersten Grades“ nicht heiraten. Am 15. November 1939 geriet er aus unbekannten Gründen in Haft. Seiner Mutter gelang es nach langen Bemühungen am 25. Januar 1940, seine Entlassung aus dem Hüttengefängnis zu bewirken. Anschließend leistete Arthur Pollak Zwangsarbeit in einer Stahlbaufirma in der Eiffestraße und musste sich nach Arbeitsschluss täglich bei der Gestapo melden. Arthur Pollak überlebte das Kriegsende in Hamburg.