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Edith Horwitz
* 1897

HIER WOHNTE
EDITH HORWITZ
GEB. SPANIER
JG. 1897
DEPORTIERT 1941
RIGA
???

Grindelallee 6

Weitere Stolpersteine in Grindelallee 6: Johanna Rosenberg | Laura Mosbach | Hedwig Lazarus | Dr. Leonhard Lazarus | Albert Josephi | Edith Horwitz | Maximilian Gumpel | Minna Gottschalk |

Johanna Rosenberg, geb. Tuteur, geb. am 13.2.1876 in Kaiserslautern, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof, ermordet
Laura Mosbach, geb. Horwitz, geb. am 01.02.1876 deportiert am 06.12.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Albert Josephi * 11.12.1883, deportiert nach Minsk 08.11.1941
Edith Horwitz, geb. Spanier, geb. 15.8.1897, deportiert nach Riga 6.12.1941
Maximilian Gumpel, geb. 28.12.1877 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Minna Gottschalk, geb. Behr, geb. 11.12.1885 in Lüneburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga

Edith Horwitz, geb. Spanier, geb. 15.8.1897, deportiert nach Riga 6.12.1941

Edith Horwitz wurde am 18.5.1897 als Tochter von Emilie und Moritz Spanier in Bünde (Westfalen) geboren. Dort besuchte sie das Lyzeum, an dem sie vermutlich theologische Studien betrieb. 1917 heiratete sie Arthur Horwitz, geb. 7.9.1897 in Uelzen, und bekam mit ihm den Sohn Karl- Heinz, den sie am 2.1.1919 in Uelzen zur Welt brachte.

Edith war evangelischen Glaubens und fühlte sich selbst nicht als Jüdin. Dennoch wurde sie ab 1939 durch die Zwangsverordnung zur Mitgliedschaft der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland in die Kultussteuerkartei der jüdischen Gemeinde Hamburgs aufgenommen. Dabei bleibt unklar, wann sie nach Hamburg gezogen ist. Zu diesem Zeitpunkt lebten ihre Eltern bereits nicht mehr. Ihr Mann taucht schon ab 1933 in den Adressbüchern nicht mehr auf, sie ist in der Kultussteuerkartei der Jüdischen Gemeinde als geschieden vermerkt. Das Scheidungsurteil fällte das Landgericht Hamburg am 9.5.1934. Als allein erziehende Mutter, erhielt sie eine eigene Kultussteuerkarte.

Edith Horwitz war nicht berufstätig, sondern verdiente ihren Lebensunterhalt, indem sie ihre Wohnung in der Grindelallee 6 untervermietete, unter anderem an Albert Josephi (s.d.). So ist davon auszugehen, dass sie selbst auf recht beengtem Raum lebte und mit wenig Geld auszukommen hatte.

Im September 1941 wurde das Gesetz erlassen, dass alle jüdischen Menschen im Deutschen Reich zum Tragen des "Judensterns" verpflichtete. Auch Edith wird diesen Stern deutlich sichtbar auf ihre Kleidung genäht getragen haben, wann immer sie das Haus verließ.

Anfang Dezember 1941 hatte sie den Deportationsbefehl bereits erhalten, und so musste sie sich mit mehr als 1000 weiteren Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in das ehemalige Logenhaus in der Moorweidenstraße begeben, wo die Teilnehmer des Transportes nach Riga gesammelt wurden. Die sanitären Anlagen in der Moorweidenstraße waren mehr als unzureichend für eine so große Anzahl Menschen. Ferner wurden die Ankommenden oft gewaltsam von Teilen ihres Gepäcks getrennt und viele erlitten dabei Verletzungen, die ihnen das weitere Tragen ihrer Habseligkeiten erschwerten oder unmöglich machten.

Am folgenden Tag, dem 6. Dezember 1941 wurde Edith Horwitz dann nach Riga deportiert. Die Waggons sollen, je nachdem, wie nah sie sich an der Lok befanden, entweder völlig überheizt oder eiskalt gewesen sein. Zudem waren sie so überfüllt, dass es kaum möglich war, sich zu bewegen. An Proviant war nur vorhanden, was die Deportierten selbst mitgebracht hatten.

In Riga angekommen, erwartete sie der kälteste Winter des Jahrhunderts. Der Hamburger Transport wurde zum Jungfernhof geleitet, einem heruntergekommenen Gutshof, der zu einem Arbeitslager umfunktioniert werden sollte. Die Anlagen waren in einem verfallenen Zustand, es gab keine Heizmöglichkeiten oder Sanitäranlagen. Die Unterkünfte wurden erst im Laufe der Zeit von den Häftlingen selbst hergerichtet. Täglich erfror eine große Anzahl der Häftlinge. Sollte Edith Horwitz die Strapazen des Transportes und die unmenschlichen Haftbedingungen überlebt haben, ist sie vermutlich später ins Rigaer Ghetto gebracht worden. Seit Kriegsende gilt sie als "verschollen".

Ihr Sohn Karl-Heinz wurde am 15.12.1941 von Hannover aus ins Rigaer Ghetto deportiert. Ob sich Mutter und Sohn noch getroffen haben, ist nicht bekannt.

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