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Laura Mosbach
* 1876

HIER WOHNTE
LAURA MOSBACH
GEB. HORWITZ
JG. 1876
DEPORTIERT 1941
RIGA
???

Grindelallee 6

Weitere Stolpersteine in Grindelallee 6: Johanna Rosenberg | Laura Mosbach | Hedwig Lazarus | Dr. Leonhard Lazarus | Albert Josephi | Edith Horwitz | Maximilian Gumpel | Minna Gottschalk |

Johanna Rosenberg, geb. Tuteur, geb. am 13.2.1876 in Kaiserslautern, deportiert am 6.12.1941 nach Riga-Jungfernhof, ermordet
Laura Mosbach, geb. Horwitz, geb. am 01.02.1876 deportiert am 06.12.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Dr. Leonhard Lazarus, geb. 6.7.1899 in Altona, deportiert am 08.11.1941 nach Minsk
Albert Josephi * 11.12.1883, deportiert nach Minsk 08.11.1941
Edith Horwitz, geb. Spanier, geb. 15.8.1897, deportiert nach Riga 6.12.1941
Maximilian Gumpel, geb. 28.12.1877 in Hamburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga
Minna Gottschalk, geb. Behr, geb. 11.12.1885 in Lüneburg, deportiert am 6.12.1941 nach Riga

Laura Mosbach, geb. Horwitz, geb. am 01.02.1876 deportiert am 06.12.1941 nach Minsk

Laura Horwitz kam als Tochter von Caroline Horwitz, geborene Meier, und Meier Horwitz in Bünde/Westf. zur Welt.

Laura Mosbach und ihr Ehemann Alfred Mosbach (geboren am 16.06.1872 in Lüdenscheid) zogen erst spät nach Hamburg. Ihre Kinder Harry Herman (geboren am 06.03.1902) und die Tochter Hildegard (verheiratete Katz, geboren am 24.06.1904) wurden in Werl geboren.

Die Familie wohnte in Hamburg-Harburg, in der Wilstorfer Straße 7, in einer 6-Zimmer-Wohnung. Bis zu seinem 62 Lebensjahr, als er am 24. März 1934 sein Geschäft aufgeben musste, war Alfred Mosbach als selbständiger Gemüsehändler tätig. Laura Mosbach war Hausfrau.

Danach lebte das Ehepaar von der Wohlfahrtsunterstützung. Offensichtlich stockten sie diese durch Untervermietung auf. Bei einer Untersuchung für die Wohlfahrtsbehörde am 24. März 1939 bestätigte der Amtsarzt, dass Alfred Mosbach „dauerhaft arbeitsunfähig“ war.

Am 06. Juni 1939 stellte Alfred Mosbach einen Ausreiseantrag für sich und seine Frau nach Palästina. Zeitgleich mussten sie die Wohnung auflösen. In den Ausreiseakten des Oberfinanzpräsidenten findet sich ein handschriftlicher Brief Alfred Mosbachs v. 23. Juni 1939, in dem er darum bittet, bis zum 30.06. die Passerlaubnis erteilt zu bekommen, da er am 01. Juli seine Wohnung zu räumen habe. Die Prüfung des Ausreisegutes erfolgte ohne Beanstandung am und termingerecht, und die Behörde genehmigte die Ausreise. Diese konnten die Mosbachs jedoch nicht antreten: Der Beginn des Ersten Weltkrieges hatte sie verhindert. Eine Notiz in den Ausreiseakten vom 30. November 1939 erläutert: „Auf Vorladung erscheint Herr Mosbach und erklärt, dass er sich am 5. September ein englisches Visum nach Palästina besorgen wollte, dass das Konsulat dann aber nicht mehr vorhanden war. Er will demnächst – in ca. 4 – 6 Wochen, über Wien und Constanza mit einem griechischen Dampfer illegal nach Palästina fahren. Das Gepäck wird mit der Bahn nach Triest versandt und dort von dem in Palästina lebenden Sohn des Mosbach abgerufen.“

Die Einreise nach Palästina hatte schon vor Kriegsbeginn restriktiven Bestimmungen unterlegen, die Großbritannien als Mandatsmacht verfügte. Daneben hatten Zionisten „illegale“ Einwanderungen (Aliyah Beth) organisiert: Gemietete oder gekaufte Schiffe, notdürftig für den Personentransport umgerüstet, überquerten das Mittelmeer und setzten die Passagiere an der Küste Palästinas aus.

Nach Kriegsbeginn wurde diese Reise extrem teuer und noch gefährlicher. Die Organisatoren wollten eigentlich nur junge, kräftige, zionistisch ausgerichtete Männer und Frauen auf die Schiffe nehmen. Dass die über 60jährigen Mosbachs die Strapazen und die Gefahr der Reise dennoch auf sich nehmen wollten, weist darauf hin, wie verzweifelt sie gewesen sein müssen. Doch auch dieser Plan schlug fehl, ob aus gesundheitlichen Gründen bei Alfred Mosbach oder weil die Mosbachs bei tausenden von Bewerbern für die wenigen Schiffe, die noch mit Ziel Palästina ausliefen, keine Chance auf einen Platz hatten, wissen wir nicht.

Das Ehepaar wurde nach der Zwangsräumung der Wohnung in das sogenannte Judenhaus in der Grindelallee 6 umgesiedelt. Dort lebten sie bei Edith Horwitz in einem Zimmer zur Untermiete. Alfred Mosbach starb ein Jahr später, am 21. Mai 1940.

Ab September 1941 musste Laura Mosbach den „Judenstern“ tragen und den Zusatznamen Sara führen. Am 06. Dezember 1941 wurde die 65jährige Laura Mosbach auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei, Leitstelle Hamburg, nach Riga deportiert.

Nach eigenen Angaben erhielt die Tochter noch nach der Deportation über das Rote Kreuz noch zwei oder drei Briefe ihrer Mutter. Wann und wo diese starb, erfuhr sie nicht.

Die Kinder Harry und Hildegard konnten rechtzeitig (Harry Anfang 1939 / Hildegard 1935) nach Palästina auswandern. Die Eltern hatten die Reise teilweise durch Verkauf ihres Hausrats finanziert. Harry starb am 11. November 1945. Seine Ehe mit Martha Mosbach, geborene Runzler, blieb kinderlos.

Hildegard Katz geb. Mosbach starb am 08. Juli 1961. Sie hinterließ ihren Mann Siegfried Katz und ihren minderjährigen Sohn Samuel.

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