Georg Gubanska
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
GEORG GUBANSKA
GEB. 6.11.1944
TOT 8.2.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Georg Gubanska, geb. am 6.11.1944 in Hamburg, verstorben am 8.2.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Georg Gubanska kam am 6. November 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Eugenia Gubanska, geb. am 3.1.1907 in Leningrad, war ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie seit dem 14. Juli 1942 in Hamburg-Bergedorf als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Eugenia Gubanska in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Georg am 14. November 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Georg die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 2. Februar 1945 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ eingeliefert. Vier Tage später verstarb er dort am 8. Februar 1945 um 7:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.
Georg wurde 3 Monate und 2 Tage alt.
Elf Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 19. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 26. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Ob es sich bei der in der Ausländermeldekartei verzeichneten Helena Gubanska, geb. am 1.3.1908 in Lodz, Kassiererin, Arbeiterin, römisch-katholischen Glaubens und ledig, um eine Angehörige von Georg handelt, konnte nicht geklärt werden. Sie war als Zwangsarbeiterin seit dem 19. April 1944 ebenfalls in dem Lager Kampchaussee 9 untergebracht.