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Hermann Feiner
* 1894

DR. HERMANN
FEINER
LANDRICHTER
JG. 1894
FLUCHT IN DEN TOD
5.7.1935

Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude

Weitere Stolpersteine in Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude: Dr. Hermann Moritz Falk | Heinrich Basch | Anna Rosenberg | Leonhard Stein | Walter Rudolphi | Alfred Rinteln | Wilhelm Prochownick | Lambert Leopold | Kurt (Curt) Ledien | Richard Hoffmann |

Heinrich Basch, geb. 27.3.1900 in Wien, deportiert am 8.11.1941 nach Minsk
Anne Rosenberg, geb. 29.10.1894 in Elmshorn, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, weiterdeportiert am 10.5.1942 nach Chelmno
Dr. Leonhard Stein, geb. 8.7.1894 in Hamburg, am 25.10.1941 nach Lodz deportiert, dort am 29.8.42 gestorben
Dr. Walter Rudolphi, geb. 27.5.1880 in Hamburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 23.10.1944 nach Auschwitz, dort am 30.10.1944 ermordet
Dr. Alfred Rinteln, geb. 27.7.1891 in Essen, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, dort am 20.6.1942 gestorben
Dr. Wilhelm Prochownick, geb. am 19.9.1878 in Hamburg, inhaftiert am 9.2.1943 KZ Fuhlsbüttel, Todesdatum 27.3.1943
Else Leopold, geb. am 8.3.1891, deportiert am 25.10.1941 nach Lodz, weiter deportiert am 15.5.1942 nach Chelmno
Dr. Kurt Ledien, geb. am 5.6.1893, ab 27.9.1943 Zwangsarbeit in Berlin, ab 2.3.1944 Haft in Fuhlsbüttel, ab Mitte Dezember 1944 Haft in Neuengamme, dort ermordet am 22. oder 23.4.1945
Elisabeth Hoffmann, geb. Danziger, verw. Haase, geb. 16.6.1886 in Köln; am 25.10.1942 deportiert nach Lodz, dort am 26.4.1944 umgekommen

Hamburg Bezirke

Sievekingplatz 1 Ziviljustizgebäude

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Dr. Hermann Feiner, geb. 17.3.1894 in Hamburg, gestorben 5.7.1935 in Königstein/Taunus (Suizid)

Hermann Feiner war Jurist und Musiker. Sein Vater, der Pädagoge Josef Feiner, leitete in den 1920er Jahren die Anton-Ree-Schule in Hamburg (siehe Feiner, Joseph), die Lehrerin Hertha Feiner-Asmus war seine Schwester. Hermann Feiner besuchte das Hamburger Wilhelm-Gymnasium, später studierte er in Kiel, München und Berlin Jura. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse und dem Hamburgischen Hanseatenkreuz ausgezeichnet. Im Oktober 1921 wurde Hermann Feiner zum Richter am Landgericht in Hamburg ernannt, 1924 promovierte er zum Doktor der Rechte. Aus der Ehe mit seiner Frau Dorothea, geb. Frank, entstammte der Sohn Frank (geb. 8. Mai 1928). Hermann Feiner war aktiv in der Jüdischen Gemeinde und stand dort den „Religiös-Liberalen“ nahe. Er engagierte sich auch im jüdischen Erziehungswesen und war Mitglied – 1929/30 auch Präsident – der philantropischen Nehemia Nobel-Loge, die gemeinsam mit anderen jüdischen Logen ihren Sitz in der Hartungstraße 9–11 (heute Kammerspiele) hatte.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten wurde Hermann Feiner zunächst von der Straf- in die Zivilgerichtsbarkeit versetzt und zum 30. Juni 1934 zwangspensioniert. Danach war er noch im Jüdischen Kulturbund als Organist und Pianist tätig. Er muss als Musiker eine gewisse Bekanntheit genossen haben, denn sein Name taucht – in denunziatorischer Absicht – in mehreren antisemitischen Lexika auf.

Als Folge seiner beruflichen und sozialen Ausgrenzung verfiel er in Depressionen. Auf Anraten seiner Ärzte suchte er ein Sanatorium in Königstein/Taunus auf. Dort konnte man ihm offenbar nicht helfen: 14 Tage nach seiner Ankunft, am 5. Juli 1935, nahm er sich das Leben.

Seine Witwe und der Sohn wanderten im November 1938 in die USA aus.
An Dr. Hermann Feiners Wirken als Richter erinnert ein Stolperstein am Sievekingplatz 1 (vor dem Ziviljustizgebäude).

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