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Jadwiga Nykel
* 1943

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

JADWIGA NYKEL
GEB. 12.11.1943
TOT 18.2.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Jadwiga Nykel, geb. am 12.11.1943 in Hamburg, verstorben am 18.2.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Jadwiga Nykel kam am 12. November 1943 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Czeslawa Nykel, geb. am 28.10.1923 in Kwiatkow/Kolo, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 14. Mai 1940 in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als „Spinnerin“ Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und wurde im dritten Jahr schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Czeslawa Nykel in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Jadwiga am 20. Februar 1943 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Jadwiga die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 18. Februar 1944 um 5:30 Uhr verstarb sie im Altonaer Kinderkrankenhaus von 1859, Treskowallee 38 (heute Bleickenallee). In der Sterbeurkunde ist als Todesursache „Akute Dyspepsie. Atrophie – Rachitis“ (Verdauungsstörung. Auszehrung – Störung des Knochenstoffwechsels durch Vitamin D Mangel) angegeben.

Jadwiga wurde 3 Monate und 6 Tage alt.

Sechs Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 24. Februar 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bi 68, Reihe 26, Nr. 20.

Dieses Gräberfeld wurde nach der Schließung des jüdischen Friedhofs Ilandkoppel im Juni 1943 durch die Nationalsozialisten nun für jüdische Beerdigungen bestimmt. In dieser Zeit wurden aber auch noch neun verstorbene Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen dort beigesetzt. Die Mütter der Kinder waren polnischer und ukrainischer Nationalität, jedoch nichtjüdisch. Auf diesem Gräberfeld ist heute kein Einzelgrab mehr zu finden.

Laut „Ausländermeldekartei“ wurde Czeslawa Nykel am 1. Juni 1944 von der Gestapo festgenommen; der Verhaftungsgrund und ihr weiteres Schicksal sind nicht bekannt.

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