Julia Januta Lucik
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
JULIA JANUTA
LUCIK
GEB. 22.3.1944
TOT 23.4.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Julia Januta Lucik, geb. am 22.3.1944 in Hamburg, verstorben am 23.4.1944 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Julia Januta Lucik kam am 22. März 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Eltern, Julia Lucik, geb. Litewska, geb. am 13.12.1913 in Prondnik-Korzkiewski/Kreis Miechow, und Wladislaw Lucik, geb. 1912 in Smardzowice, waren römisch-katholischen Glaubens und seit dem 23. Februar 1937 in Bialy-Kosciol verheiratet. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, mussten beide seit dem 30. November 1942 in Hamburg-Wilhelmsburg in der Weizenmühle für Georg Plange Zwangsarbeit leisten. Sie waren im Lager Trettaustraße 34 (richtig Nr. 43) untergebracht, vermutlich getrennt.
Julia Lucik wurde am 28. Juli 1943 nach Hamburg-Altona in die Baracke „Polen“ im Lager Hohenzollernring-Moortwiete (heute Hohenzollernring/Ecke Daimlerstraße), „Heimstätte der Fischindustrie“, verlegt und für die Firmen H. W. Appel Feinkost AG, Jahnkampfbahn (heute Memellandallee) bzw. Hauffstraße 15 (heute Harkortstraße) und W. Tollgreve & Co, Fischräucherei und Fischkonservenfabrik, Große Freiheit 70, zur Zwangsarbeit eingesetzt. In dieser Zeit wurde sie schwanger.
In der Folgezeit kam sie in das „Polenlager“ Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße), zum Arbeitseinsatz für das Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront (DAF) GmbH, Fischwarenfabrik. Im 7. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte am 5. Januar 1944 ihre Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee). Dort musste sie als „Küchenhilfe“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. In der Ausländermeldekartei ist auch für Wladislaw Lucik die Verlegung in dieses Lager angegeben.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Julia Lucik in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg- Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrer Tochter Julia Januta am 31. März 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Julia Januta die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Sie verstarb dort am 23. April 1944 um 2:00 Uhr. Im Sterberegister ist als Todesursache „Masern“ und „Pneumonie“ (Lungenentzündung) angegeben. Die „Reinmachefrau“ Witwe Emmy Köhn zeigte den Sterbefall mündlich an.
Julia Januta wurde 1 Monat und 1 Tag alt.
Sieben Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 30. April 1945 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 515, zusammen im Grab mit Mirek Dziziong, Richard Jedrzejczak und Sophie Wietrak.
Julia Lucik wurde am 24. April 1945 nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße verlegt; auch Wladislaw Lucik ist dort am 2. Mai 1945 registriert.