Direkt zum Inhalt

Kristine Kaicher
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

KRISTINE
KAICHER
GEB. 15.2.1944
TOT 10.3.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

TODO Hier geht’s zur Karte >

Kristine Kaicher, geb. am 15.2.1944 in Hamburg, verstorben am 10.3.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Kristine Kaicher kam am 15. Februar 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Anna Kaicher, geb. am 5.11.1907 in Skierniewice bei Warschau, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG Zwangsarbeit leisten. Sie war im Firmenlager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Im 8. Monat ihrer Schwangerschaft wurde Anna Kaicher am 13. Januar 1944 in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Eine Frühgeburt ihres Kindes erfolgte jedoch nicht, nach vier Tagen kehrte sie wieder in das Lager Kampchaussee zurück.
Einen Monat später, am Tag der Geburt, kam sie erneut in die Frauenklinik Finkenau. Vier Tage nach der Entbindung wurde Anna Kaicher mit ihrer Tochter Kristine am 19. Februar 1944 zurück in das Lager Kampchaussee entlassen. Dort musste Kristine die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.

Am 10. März 1944 verstarb sie im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Kristine wurde 3 Wochen und 3 Tage alt.

Zehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 20. März 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 1, Nr. 29. Ende des Jahres 1959 wurde das Grab zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet. Nur für acht Gräber erfolgte zuvor die Umbettung der sterblichen Überreste auf das Areal Z 35 und für vier Gräber auf das Areal Bp 74. Kristines sterbliche Überreste kamen am 7. Juli 1959 mit denen von drei unbekannten Toten in das Sammelgrab Bp 74, Reihe 6, Nr. 17. Eine Grabsteinplatte mit ihrem darauf eingemeißelten Namen und ihrem Geburts- und Sterbedatum erinnert dort noch heute an sie.

Anna Kaicher war bereits vor der Beisetzung ihrer Tochter Kristine am 17. März 1944 nach Hamburg-Kirchwärder, Hausdeich 113 (später Nr. 78) verlegt worden, zum Zwangsarbeitseinsatz für Gemüsebauer Hermann Hevers. Von dort aus kam sie am 17. Juli 1944 für 6 Tage zur Behandlung einer „Ostipation“ (chronische Verstopfung) in das Allgemeine Krankenhaus Bergedorf.

Zurück zu den Suchergebnissen