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Leo Georg Bartyzel
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

LEO GEORG
BARTYZEL
GEB. 15.4.1944
TOT 22.5.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Leo Bartyzel, geb. am 15.4.1944 in Hamburg, verstorben am 22.5.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Leo Bartyzel kam am 15. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Gertruda Bartyzel, geb. am 12.6.1923 in Krakau, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen, Krakau/Borek, Waletzki 3 II., verschleppt, musste sie in Hamburg-Bergedorf für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG als „Fabrikarbeiterin“ Zwangsarbeit leisten. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde Gertruda Bartyzel in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Zehn Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Leo am 24. April 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Leo die kurze Zeit seines Lebens verbringen.

Am 18. Mai 1944 wurde er mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach vier Tagen verstarb er dort am 22. Mai 1944 um 2:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Leo wurde 1 Monat und 7 Tage alt.

Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 31. Mai 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 3, Nr. 33. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Nach Aufzeichnungen in der Ausländermeldekartei war Gertruda Bartyzel in der Folgezeit bis zum 13. Dezember 1944 in Greiffenberg/Schlesien, Reinißstraße 19; danach wurde sie wieder in der Kampchaussee 9 registriert.

Auch Agniela Bartyzel, geb. am 28.5.1908, und Wanda Bartyzel, geb. am 26.8.1924, aus Krakau, Borek-Falinski, möglicherweise Verwandte von Gertruda Bartyzel, waren Zwangsarbeiterinnen für die Asbestwerke in Bergedorf. Beide sind in der Ausländermeldekartei aufgeführt, Agniela als Fabrikarbeiterin in der Kampchaussee 9 bereits am 14. November 1940, Wanda als Kindermädchen und Fabrikarbeiterin am 3. April 1943.

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