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Mirek Dziziong
* 1943

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

MIREK DZIZIONG
GEB. 14.9.1943
TOT 18.4.1945

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Mirek Dziziong, geb. am 14.9.1943 in Hamburg, verstorben am 18.4.1945 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Mirek Dziziong kam am 14. September 1943 in Hamburg zur Welt. Seine Eltern, Stefania Dziziong, geb. Jendrzejczak, geb. am 21.4.1913 in Lodz, und Victor Dziziong, waren römisch-katholischen Glaubens. Sie hatten am 8. Juni 1928 in Lodz geheiratet. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, mussten sie in Hamburg Zwangsarbeit leisten, Stefania Dziziong in Hamburg-Billbrook bei der Hamburger Juteindustrie A.G, Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Liebigstraße 88. Im Lager Liebigstraße 86 war sie untergebracht.

Im achten Monat ihrer Schwangerschaft wurde Stefania Dziziong am 18. Juli 1943 in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Sie erwartete Zwillinge. Da eine Frühgeburt nicht eintrat, kam sie nach zwölf Tagen zurück in das Lager Liebigstraße.

Am Tag der Geburt ihrer Kinder wurde sie erneut in die Frauenklinik Finkenau aufgenommen und brachte die Zwillingsbrüder Mirek und Zbigeniew zur Welt. Sechs Tage nach der Entbindung kam sie mit ihren Zwillingen am 20. September 1943 zurück in das Lager Liebigstraße.

Nach einem Monat erfolgte für Stefania Dziziong am 23. Oktober 1943 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf zur Zwangsarbeit für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Im Lager Kampchaussee 9 war sie untergebracht. Dort musste Mirek die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend. Über seinen Zwillingsbruder Zbigeniew gibt es keine Angaben.

Mirek verstarb dort am 18. April 1945 um 8:00 Uhr. Die „Reinmachefrau“ Ottilie Elisabeth Emmy Köhn zeigte den Todesfall mündlich an. In der Sterbeurkunde ist als Todesursache „Masern“ und „Pneumonie“ (Lungenentzündung) verzeichnet.

Mirek wurde 1 Jahr, 7 Monate und 4 Tage alt.

Neun Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 27. April 1945 auf dem Neuen Friedhof Bergedorf statt, Grablage: Abteilung 38, Nr. 515, zu Fuß links, zusammen im Grab mit Richard Jedrzejczak, Julia Luzik und Sophie Wietrak.

Mireks Zwillingsbruder Zbigeniew hat vermutlich mit seinen Eltern überlebt, sein Schicksal ist bisher nicht bekannt.

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