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Richard Bafoll
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

RICHARD BAFOLL
GEB. 28.5.1944
TOT 5.10.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Richard Bafoll, geb. am 28.5.1944 in Hamburg, verstorben am 5.10.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Richard Bafoll kam am 28. Mai 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Irene Bafoll, geb. am 20.9.1925 in Radom, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Harburg für die Flakkaserne Sinstorf, einen Betrieb der Luftwaffe der Wehrmacht, Zwangsarbeit leisten. Vermutlich war sie in der Baracke im Sinstorfer Kirchenweg gegenüber der Kaserne untergebracht und wurde mit etwa 28 polnischen Frauen zur Küchenarbeit eingesetzt. In dieser Zeit war sie schwanger.

Am Tag der Geburt ihres Kindes kam Irene Bafoll in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg- Uhlenhorst. Acht Tage nach der Entbindung wurde sie mit ihrem Sohn Richard am 5. Juni 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) entlassen, zur Zwangsarbeit als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG. Dort musste Richard die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 24. Juni 1944 wurde er mit der Diagnose „Furunkolose“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach sieben Tagen kam er am 1. Juli 1944 wieder zurück in das Lager Kampchaussee. Ein zweites Mal wurde er am 28. August 1944 im Langenhorner Krankenhaus aufgenommen, die Diagnose lautete „Ernährungsstörungen“.

Nach fünfeinhalb Wochen verstarb er dort am 5. Oktober 1944 um 15:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Richard wurde 4 Monate und 7 Tage alt.

Sieben Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 12. Oktober 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: 39, Reihe 7, Nr. 39. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Irene Bafoll wurde am 1. November 1944 wegen einer Mittelohrentzündung im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn behandelt und sieben Tage später wieder in das Zwangsarbeitslager Kampchaussee entlassen. Am 13. April 1945 erfolgte ihre Verlegung nach Hamburg-Harburg, Meckelfelderstraße 26 (heute Radickestraße), zum Arbeitseinsatz für den Gartenbaubetrieb S. Radicke.

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