Sophia Galeza
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
SOPHIA GALEZA
GEB. 6.10.1944
TOT 26.1.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Sophia Galeza, geb. am 6.10.1944 in Hamburg, verstorben am 26.1.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Sophia Galeza kam am 6. Oktober 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Regina Galeza, geb. am 31.3.1922 in Wola-Kizanska, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie seit dem 7. August 1943 in Hamburg-Allermöhe 73 (1943 Billwerder Billdeich, heute Allermöher Deich 145) bei Henry Stubbe Zwangsarbeit leisten. In der Ausländermeldekartei ist sie als landwirtschaftliche Arbeiterin mit Wanderschein registriert. Am 30. August 1944 kam sie dann, inzwischen hochschwanger, zum Arbeitseinsatz für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG nach Hamburg-Bergedorf. Im Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) war sie untergebracht.
Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kehrte Regina Galeza mit ihrer Tochter Sophia am 14. Oktober 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Sophia die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Am 11. Januar 1945 wurde sie mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Im Krankenhausprotokoll ist sie als entlassen mit unbekanntem Entlassungsort verzeichnet. Dass dies tatsächlich erfolgte, ist unwahrscheinlich, denn fünfzehn Tage später verstarb sie dort am 26. Januar 1945 um 12:30 Uhr.
In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Cachexie“ (Auszehrung) und „Kreislaufschwäche“ und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.
Sophia wurde 3 Monate, 2 Wochen und 1 Tag alt.
Neunzehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 12. Februar 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 10, Nr. 12. Ihr Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.
Regina Galeza wurde am 15. April 1945 nach Hamburg-Allermöhe 73 zurückverlegt zur Zwangsarbeit für Henry Stubbe. Nach Kriegsende ist sie als „unbekannt verzogen“ registriert.