Veronika Michalczak
* 1944
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
VERONIKA
MICHALCZAK
GEB. 30.12.1944
TOT 6.4.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Veronika Michalczak, geb. am 30.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Veronika Michalczak kam am 30. Dezember 1944 in Hamburg zur Welt. Ihre Mutter Antonia Michalczak, geb. am 14.10.1919 in Tylmanowa/Krs. Nowy Targowica, war römisch-katholischen Glaubens und verheiratet; Name und Schicksal ihres Ehemannes sind nicht bekannt. Aus ihrer Heimat Tylmanowa/Polen verschleppt, kam sie am 2. November 1942 zunächst nach Hamburg-Bahrenfeld in das „Polenlager“ Hohenzollernring 233 (heute Leverkusenstraße) und musste für das Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront (DAF) GmbH, Fischwarenfabrik, Zwangsarbeit leisten.
In der folgenden Zeit wurde sie schwanger und in die Schützenstraße 18 zur Zwangsarbeit für die Ottenser Eisenwerk AG, Dampfkessel- und Maschinenbau, verlegt. Im 6. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte eine weitere Verlegung am 21. September 1944 nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zum Arbeitseinsatz als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Antonia Michalczak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrer Tochter Veronika am 7. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Veronika die kurze Zeit ihres Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für sie völlig unzureichend.
Am 3. April 1945 wurde sie im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ aufgenommen. Drei Tage später verstarb sie dort am 6. April 1945 um 6:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Sosnin angegeben.
Veronika wurde 3 Monate und 7 Tage alt.
Siebzehn Tage nach ihrem Tod fand ihre Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof
Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander -Majorow, Ryszard Staszak, Ryszard Telenga und Valentina Warapaewa. An Veronika und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.