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Waldemar Masur
* 1944

ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET

WALDEMAR MASUR
GEB. 26.4.1944
TOT 2.6.1944

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |

Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg

Hamburg Bezirke

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9

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Waldemar Masur, geb. am 26.4.1944 in Hamburg, verstorben am 2.6.1944 in Hamburg

Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG

Waldemar Masur kam am 26. April 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Anni Masur, geb. am 21.5.1914 in Czerwona-Wola, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Altona für die Kühne-Wartenberg KG, Essig- und Senffabrik, Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Schützenstraße 38 untergebracht und in dieser Zeit schwanger.

Im neunten Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 3. April 1944 nach Hamburg-Groß Borstel in das Lager Sportstraße verlegt und bei der Deutschen Arbeitsfront (DAF) als Zwangsarbeiterin eingesetzt. In der Ausländermeldekartei ist sie mit dem Nachnamen Mazur, von Beruf Dolmetscherin, und als „deutschblütig“ registriert, was auf eine „Rasseprüfung“ hindeutet. Vier Tage vor der Geburt ihres Kindes wurde sie in ein anderes Lager verlegt, nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee) der Deutschen Kap-Asbest-Werke AG.

Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Anni Masur in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Neun Tage nach der Entbindung kehrte sie mit ihrem Sohn Waldemar am 5. Mai 1944 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Waldemar die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 27. Mai 1944 wurde er in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Ernährungsstörungen“ eingeliefert. Nach sechs Tagen verstarb er dort am 2. Juni 1944 um 9:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Brechdurchfall“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Waldemar wurde 1 Monat und 7 Tage alt.

Vier Tage nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 6. Juni 1944 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 4, Nr. 7. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Nach dem Tod ihres Sohnes Waldemar wurde Anni Masur am 27. Juni 1944 wieder nach Hamburg-Altona verlegt und zur Zwangsarbeit für die Kühne-Wartenberg KG in der Schützenstraße eingesetzt.

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