Wieslaw Staszak
* 1945
ZWANGSARBEITSLAGER KAMPCHAUSSEE
DEUTSCHE KAP-ASBEST-WERKE
1943 – 1945
56 KINDER VON POLNISCHEN ZWANGSARBEITERINNEN
VERNACHLÄSSIGT – UNTERERNÄHRT - ERMORDET
WIESLAW
STASZAK
GEB. 21.1.1945
TOT 9.4.1945
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Weitere Stolpersteine in Kurt-A.-Körber-Chaussee 9: Helena Christina Zdobych | Krysta Zapaua | Kasimir Wojewodzic | Barbara Wojekowska | Zbigniew Wojcik | Sofie Wietrak | Danuscha Wezyk | André Wasiak | Irene Tylczak | Juruch Turczyn |
Krysta Zapaua, geb. am 21.6.1944 in Hamburg, verstorben am 10.9.1944 in Hamburg
Kasimir Wojewodzic, geb. am 31.8.1944 in Hamburg, verstorben am 22.4.1945 in Hamburg
Barbara Wojekowska, geb. am 21.12.1944 in Hamburg, verstorben am 6.2.1945 in Hamburg
Zbigniew Wojcik, geb. am 3.7.1944 in Hamburg, verstorben am 8.9.1944 in Hamburg
Sofie Wietrak, geb. am 10.4.1944 in Hamburg, verstorben am 12.5.1945 in Hamburg
Danuscha Wezyk, geb. am 18.9.1944 in Hamburg, verstorben am 6.11.1944 in Hamburg
André Wasiak, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, verstorben am 27.8.1944 in Hamburg
Irene Tylczak, geb. am 25.1.1944 in Hamburg, verstorben am 17.2.1944 in Hamburg
Juruch Turczyn, geb. am 11.5.1944 in Hamburg, verstorben am 29.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9
Wieslaw Staszak, geb. am 21.1.1945 in Hamburg, verstorben am 9.4.1945 in Hamburg
Kurt-A.-Körber-Chaussee 9 (Bergedorf)
ehemals Lager Kampchaussee 9/11, Deutsche Kap-Asbest-Werke AG
Wieslaw Staszak kam am 21. Januar 1945 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Franziska Staszak, geb. am 12.7.1914 in Potasniki/Konin, war katholischen Glaubens und verwitwet. Name und Schicksal ihres verstorbenen Ehemannes sind nicht bekannt. Aus ihrer Heimat Konin/Polen verschleppt, musste sie seit dem 24. März 1944 zunächst in Hamburg-Groß Borstel für die Deutsche Arbeitsfront (DAF) Zwangsarbeit leisten. Sie war im Lager Sportstraße untergebracht und wurde in dieser Zeit schwanger.
Im 5. Monat ihrer Schwangerschaft erfolgte für Franziska Staszak am 27. September 1944 die Verlegung nach Hamburg-Bergedorf in das Lager Kampchaussee 9 (heute Kurt-A.-Körber-Chaussee), zur Zwangsarbeit als „Flechterin“ für die Deutsche Kap-Asbest-Werke AG.
Am Tag der Geburt ihres Kindes wurde Franziska Staszak in der Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst, aufgenommen. Acht Tage nach der Entbindung kam sie mit ihrem Sohn Wieslaw am 29. Januar 1945 zurück in das Lager Kampchaussee. Dort musste Wieslaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.
Am 6. April 1945 wurde er mit der Diagnose „Ernährungsstörung“ in das Allgemeine Krankenhaus Langenhorn eingeliefert. Nach drei Tagen verstarb Wieslaw dort am 9. April 1945 um 2:30 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Ernährungsstörung“ und als unterzeichnender Arzt Linkon angegeben.
Wieslaw wurde 2 Monate, 2 Wochen und 5 Tage alt.
Zwei Wochen nach seinem Tod fand seine Beisetzung am 23. April 1945 auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Bq 74, Reihe 15, Nr. 9, ohne Sarg, im Sammelgrab mit Alexander Majorow, Veronika Michalczak, Ryszard Telenga und Valentina Warapaewa. An Wieslaw und die anderen Kinder erinnert dort heute keine Grabsteinplatte.