Albert Holländer
* 1877
ALBERT HOLLÄNDER
JG. 1877
DEPORTIERT 1942
ERMORDET IN
AUSCHWITZ
Trostbrücke 2–6
Weitere Stolpersteine in Trostbrücke 2–6: Alfred Wolff | Heinrich Wohlwill | Ernst Werner | Salomon Siegmund Schlomer | Walter Ludwig Samuel | Ferdinand Rosenstern | Ernst Moritz Rappolt | Kurt Perels | Moritz Nordheim | Heinrich Mayer |
Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Dr. Heinrich Wohlwill, geb. 7.2.1874 in Hamburg, am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 31. Januar 1943 ermordet
Ernst Franz Werner, geb. 6.12.1875 in Zörbig, am 6.12.1941 deportiert nach Riga
Salomon (Siegmund) Schlomer, geb. 6.7.1853 in Lübeck-Moisling, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 15.8.1942 ermordet
Dr. Walter Ludwig Oscar Samuel, geb. 28.9.1875 in Hamburg, in den Tod getrieben am 25.3-1943 in Hamburg
Ferdinand Rosenstern, geb. 11.11.1880 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Dr. Ernst Moritz Rappolt, geb. 12.5.1868 in Hamburg, Freitod am 9.4.1942
Kurt Ferdinand Lothar Perels, geb. 9.3.1878, Flucht in den Tod am 10.9.1933
Dr. Moritz Nordheim, geb. 1.2.1873 in Kassel, Suizid am 18.8.1938 in Hamburg
Heinrich Mayer, geb. 6.2.1866 in Worms, Tod am 2. Dezember 1942 in Theresienstadt.
© StaH
Trostbrücke 2–6
Dr. Albert Holländer, geb. 1.9.1877 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 (vermutlich) nach Auschwitz, ermordet
Martha Holländer, geb. Samson, geb. 29.3.1883 in Hamburg, deportiert am 11.7.1942 (vermutlich) nach Auschwitz, ermordet
Die Eltern von Albert Holländer waren Markus Max und Anna Holländer. Seiner Ehe mit Frau Martha entstammten zwei Kinder: Alfred Erich (geb. 15.09.09), der bereits 1931 verstarb, und die Tochter Eva, verheiratete Arnheim, über die uns keine weiteren Informationen vorliegen.
Von 1904 bis zum Berufsverbot für jüdische Anwälte (30. November 1938) praktizierte Dr. Albert Holländer als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei unter den Adressen Neuer Wall 5 und Große Theaterstraße 34/36. Unter der zweiten Adresse waren in den 1930er Jahren auch die jüdischen Rechtsanwälte Dr. Herbert Samson (s. d.), Bernhard David (1878–1949), Dr. Michael Jacob Flörsheim (1888–1967) und Dr. Joseph Koppel (1897–1977) gemeldet.
Albert Holländers Arbeitsschwerpunkt lag auf dem Wirtschafts- und Vertragsrecht. Er galt zudem als gesellschaftlich sehr engagierter Bürger: 1901 trat er der Patriotischen Gesellschaft bei, 1920 amtierte er als Erster Vorsitzender des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, und 1936 übernahm er das Amt des Vizepräsidenten der jüdischen Steinthal-Loge in der Hartungstraße 9–11. Zudem unterstützte er die Religiös-Liberalen bei der Wahl des Repräsentanten-Kollegiums der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in Hamburg.
Von April 1939 bis Juli 1942 konnte Albert Holländer nur noch als „jüdischer Konsulent“ für jüdische Klienten arbeiten. Um 1930 lebte er mit seiner Frau in der Maria-Louisen-Straße 104, im gleichen Haus wie Mechel Hesslein (s. d.). 1938/39 lautete ihre Adresse Hochallee 106, später lebten sie in der Sonninstraße 14 in Altona. Von dort wurden sie am 11.7.1942 (vermutlich) nach Auschwitz deportiert und ermordet.
P.S. Die Stolpersteine wurden bereits 2003 in der Heimhuder Straße 14 verlegt