Auguste Hirschkowitz
* 1891
ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
ohne Hamburger Adresse
Weitere Stolpersteine in ohne Hamburger Adresse : Salo Weinberg | Anna Luise (Louise Hedwig) Weimann | Wilhelm Süsser | Dorothea Dorthy Silberberg | Lucie Rothschild | Karl Friedrich Michael | Bronislawa Luise Dorothea Mattersdorf | Hannchen Lewin | Richard Levy | Ernestine Levy |
Salo Weinberg, geb. am 27.2.1870 in Lublin (Polen), ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Anna Luise (Louise Hedwig) Weimann, geb. am 19.11.1869, ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Wilhelm Süsser, geb. am 6.11.1892 in Frankfurt a. M., ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Dorothea Dorthy Silberberg, geb. am 7.11.1883 in Grätz/Posen (heute Grodzisk/Polen), ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Lucie Rothschild, geb. am 18.9.1907 in Berlin, ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Karl Friedrich Michael, geb. am 24.7.1910 in Mannheim, ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Bronislawa Luise Dorothea Mattersdorf, geb. am 11.2.1899 in Berlin, ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Hannchen Lewin, geb. am 8.5.1879 in Rogasen (heute Rogozno, Polen), ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Richard Levy, geb. am 2.11.1885 oder 2.2.1885 in Wollstein, (heute Wolsztyn, Polen), ermordet in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel am 23.9.1940
Ernestine Levy, geb. Hirsch, geb. am 24.10.1863 in Glogau, ermordet in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel am 23.9.1940
Auguste Hirschkowitz (Hirschowitz, Hirshowitz), geb. am 12.11.1891 in Orlau (heute: Orlova, Tschechien), ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Ohne Stolperstein
Auguste Hirschkowitz wurde am 12. November 1891 in Orlau geboren und bekannte sich zum jüdischen Glauben. Wir wissen nichts über ihr Elternhaus, ihre Kindheit und Jugend oder wann und warum es sie nach Norddeutschland verschlug.
Sie soll im August 1939 aus der Landesheilanstalt Schleswig-Stadtfeld in die Diakonissenanstalt in Kropp im heutigen Kreis Schleswig-Flensburg verlegt worden sein. Wahrscheinlich wurde sie am 7. Juli 1940 nach Schleswig zurückgebracht.
Im Frühjahr/Sommer 1940 plante die „Euthanasie“-Zentrale in Berlin, Tiergartenstraße 4, eine Sonderaktion gegen Juden in öffentlichen und privaten Heil- und Pflegeanstalten. Sie ließ die in den Anstalten lebenden jüdischen Menschen erfassen und in staatlichen sogenannten Sammelanstalten zusammenziehen. Die Heil- und Pflegeanstalt Hamburg-Langenhorn wurde zur norddeutschen Sammelanstalt bestimmt. Alle Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg wurden angewiesen, die in ihren Anstalten lebenden Juden bis zum 18. September 1940 dorthin zu verlegen.
Auguste Hirschkowitz traf am 17. September 1940 aus Schleswig in der Heil- und Pflegeanstalt Hamburg-Langenhorn ein. Am 23. September 1940 wurde sie mit weiteren 135 Patienten aus norddeutschen Anstalten nach Brandenburg an der Havel transportiert. Der Transport erreichte die märkische Stadt noch an demselben Tag. In dem zur Gasmordanstalt umgebauten Teil des ehemaligen Zuchthauses trieb man die Patienten umgehend in die Gaskammer und ermordete sie mit Kohlenmonoxyd. Nur Ilse Herta Zachmann entkam zunächst diesem Schicksal (siehe dort).
Es ist nicht bekannt, ob und ggf. wann Angehörige Kenntnis von Auguste Hirschkowitz’ Tod erhielten. In allen dokumentierten Mitteilungen wurde behauptet, dass der oder die Betroffene in Chelm (polnisch) oder Cholm (deutsch) verstorben sei. Die in Brandenburg Ermordeten waren jedoch nie in Chelm/Cholm, einer Stadt östlich von Lublin. Die dort früher existierende polnische Heilanstalt bestand nicht mehr, nachdem SS-Einheiten am 12. Januar 1940 fast alle Patienten ermordet hatten. Auch gab es in Chelm kein deutsches Standesamt. Dessen Erfindung und die Verwendung späterer als der tatsächlichen Sterbedaten dienten dazu, die Mordaktion zu verschleiern und zugleich entsprechend länger Verpflegungskosten einfordern zu können.
Eine Wohnadresse von Auguste Hirschkowitz in Hamburg ist nicht bekannt, so dass kein individueller Ort bestimmt werden kann, an dem ihrer mit einem Stolperstein gedacht werden könnte.