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Ingrid Neuhaus
* 1940

ERMORDET IN DER
„KINDERFACHABTEILUNG“
DER HEIL- UND PFLEGEANSTALT
LANGENHORN

INGRID NEUHAUS
GEB. 25.2.1940
ERMORDET 4.9.1941

Langenhorner Chaussee 560

Weitere Stolpersteine in Langenhorner Chaussee 560: Gottfried Simon | Monika Ziemer | Erwin Sänger | Hermann Scheel | Angela Quast | Edda Purwin | Traudel Passburg | Ingrid Neuhaus | Jutta Müller | Theo Lorenzen |

Gottfried Simon, geb. am 12.12.1885 in Mannheim, ermordet am 23.9.1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel
Monika Ziemer, geb. am 12.10.1939 in Hamburg, getötet am 19.5.1942 im Hilfskrankenhaus der „Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Erwin Sänger, geb. am 17.2.1935 in Hamburg, getötet am 10.4.1943 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Hermann Scheel, geb. am 16.8.1939 in Hamburg, getötet am 22.8.1942 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Angela Quast, geb. am 30.6.1942 in Dradenau, getötet am 9.5.1943 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Edda Purwin, geb. am 1.7.1940 in Lüneburg, getötet am 18.1.1942 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Traudel Passburg, geb. am 3.5.1940 in Hamburg, getötet am 30.4.1942 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Ingrid Neuhaus, geb. am 25.2.1940 in Hamburg, getötet am 4.9.1941 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Jutta Müller, geb. am 14.7.1940 in Hamburg, getötet am 10.6.1943 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“
Theo Lorenzen, geb. am 10.5.1939 in Hamburg, getötet am 24.5.1942 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“

Hamburg Bezirke

Langenhorner Chaussee 560

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Ingrid Neuhaus, geb. am 25.2.1940 in Hamburg, getötet am 4.9.1941 in der „Kinderfachabteilung der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“

Asklepios-Klinik Nord-Ochsenzoll, Henny-Schütz-Allee, Gedenkort Haus 25, Einfahrt Langenhorner Chaussee 560

Ingrid Neuhaus kam als Tochter von Ida, geb. Naroska, und dem Modelltischler Georg R. Neuhaus in Hamburg-Harburg zur Welt. Sie wurde evangelisch-lutherisch getauft. In der Wilsdorferstraße 76 verbrachte sie ihre erste Lebenszeit.
Vom Gesundheitsamt Harburg wurde Ingrid am 26. Juni 1941 im Alter von fünf Monaten in die „Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“ überwiesen. Ihr Vater war zu dieser Zeit bei der Wehrmacht. Über ihre Krankheit, deren Verlauf und die Aufnahmediagnose ist nichts bekannt, eine Akte ist nicht erhalten geblieben. Lediglich eine Karteikarte mit dem Hinweis auf eine Akte mit der Nr. 28696 deutet auf ihren Aufenthalt in der „Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn“ hin.

Am 4. September 1941 verstarb sie dort um 8:00 Uhr. In der Todesbescheinigung des Krankenhauses ist die Todesursache von Dr. Knigge mit „Cerebraler Defekt“ (Gehirnschaden) und „Idiotie Bronchopneumonie“ angegeben. Diese Angabe der Todesursache lässt die Vermutung zu, dass auch Ingrid zu den Kindern gehörte, die zur Tötung ausgewählt wurden.

Knigge tötete mit Luminal-Injektionen, einem Schlafmittel. Fieber und eine Lungenentzündung waren die Folge; die Kinder erlitten einen langsamen und qualvollen Tod. In den meisten Todesbescheinigungen, wie auch bei Ingrid, deutet der Zusatz „Bronchopneumonie“ auf diese Tötung hin.

Ingrid wurde 1 Jahr, 6 Monate und 10 Tage alt. Der Ort ihrer Beisetzung ist nicht bekannt.

Nach dem Krieg wurden gegen Friedrich Knigge am 13. Juni 1945 Beschuldigungen wegen Mordes bzw. Sterbehilfe in der „Kinderstation“ des Krankenhauses Langenhorn erhoben. In einem Schreiben an die Kriminalpolizei über Prof. Rudolf Degkwitz, Leitender Beamter der Hamburger Gesundheitsbehörde, gab er lediglich Sterbehilfe bei zehn bis elf „geisteskranken und mißgestalteten“ Kindern zu, die er durch die Anordnung des Reichsausschusses für gerechtfertigt hielt. Den Namen von Ingrid Neuhaus verschwieg er.

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