Direkt zum Inhalt

Boris Wenik
* 1944

BORIS WENIK
GEB. 13.3.1944
ERMORDET 18.4.1944

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

TODO Hier geht’s zur Karte >

Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn

Boris Wenik kam am 13. März 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Hanna Wenik, geb. am 25.5.1922 in Wokrasenzi, war griechisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Billstedt für die Hamburger Juteindustrie A. G., Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer, Zwangsarbeit leisten. Drei Wochen, vom 1. Juli bis zum 17. Juli 1943, verbrachte sie während dieser Zeit wegen einer „Appendicitis“ (Blinddarmentzündung) im Krankenhaus Wandsbek. In dieser Zeit war sie schwanger.

Am 9. September 1943 erfolgte ihre Verlegung zur Zwangsarbeit für die Vereinigte Jutespinnereien u. Webereien A.G. in das Werk Harburg und im 7. Schwangerschaftsmonat nach Hamburg-Langenhorn zur Hanseatischen Kettenwerk GmbH (HAK). Am 24. Januar 1944 wurde sie im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, registriert.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes kam die 21-jährige Hanna Wenik in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Zwölf Tage nach der Entbindung, am 25. März 1944, wurde sie mit ihrem Sohn Boris zurück in das Lager Tannenkoppel entlassen. Dort musste Boris die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Er erlitt einen grausamen Tod: Am 18. April 1944 um 10:00 Uhr wurde Boris in „Hamburg- Billstedt in der Bille bei der Jutefabrik, tot aufgefunden“ (Hamburger Juteindustrie A. G., Jutefabrikate Wilhelm Schlochauer). In der schriftlichen Todesanzeige des Polizeipräsidenten, unterzeichnet „i. A. Hillmann Inspektor L. A.“, ist „aufgrund amtlicher Ermittlungen“, ohne Benennung eines Arztes als Todesursache „Schädelbruch Kindestötung“ angegeben.

Boris wurde 1 Monat und 5 Tage alt.

Der Ort seiner Beisetzung ist nicht bekannt.
In der „Ausländermeldekartei“ ist für Hanna Wenik am 28. Juli 1944 „U.S.M.“ „i. Haft“ verzeichnet. Über ihre Haft und ihr weiteres Schicksal ist bisher nichts bekannt.

Zurück zu den Suchergebnissen