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Sigmund Tuschinska
* 1944

SIGMUND
TUSCHINSKA
GEB. 23.5.1944
ERMORDET 3.9.1944

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

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Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944

Essener Straße 54
früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn

Sigmund Tuschinska kam am 23. Mai 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Josepha Tuschinska, geb. am 23.9.1925 in Kosow, war katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Polen verschleppt, musste sie zunächst in Hamburg-Bahrenfeld Zwangsarbeit leisten, vermutlich für die Conz Elektrizitäts GmbH, Spezialfabrik für elektrische Maschinen und Apparate, oder die Vereinigte Deutsche Metallwerke AG. Sie war im Lager Möllnerstraße (heute Notkestraße) untergebracht. Im siebten Monat ihrer Schwangerschaft wurde sie am 14. März 1944 nach Hamburg-Langenhorn in das Lager Tannenkoppel, Weg 4, verlegt und bei der Hanseatischen Kettenwerk GmbH (HAK) bzw. in der Deutschen Meßapparate GmbH (Messap) zur Zwangsarbeit eingesetzt.

Am Tag der Geburt ihres Kindes kam die 18-jährige Josepha Tuschinska in das Krankenhaus Alsterdorf. Acht Tage nach der Entbindung, am 1. Juni 1944, wurde sie mit ihrem Sohn Sigmund zurück in das Lager Tannenkoppel entlassen. Dort musste Sigmund die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Sigmund verstarb dort am 3. September 1944 um 7:00 Uhr. In der Todesanzeige des Polizeipräsidenten, unterzeichnet „i. A. Hillmann L. A.“, ist nach „amtlichen Ermittlungen“, ohne Angabe eines Arztes als Todesursache „Bronchopneumonie Bronchitis“ (Lungenentzündung) angegeben.

Sigmund wurde 3 Monate und 11 Tage alt.

Neun Tage nach seinem Tod fand am 12. September 1944 seine Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 6, Nr. 27. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Seine Mutter Josepha Tuschinska wurde am 3. Februar 1945 nach Hamburg-Finkenwärder in das „Lager Finksweg“ zur Zwangsarbeit für die Deutsche Werft AG verlegt.

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