Direkt zum Inhalt

Viktor Tomaschuk
* 1944

VIKTOR TOMASCHUK
GEB. 14.8.1944
ERMORDET 22.10.1944

Essener Straße 54

Weitere Stolpersteine in Essener Straße 54: Namenloses Mädchen Solowey | Anatoli Zebenko | Walodja Woronzow | Genja Woronez | Boris Wenik | René-Yves Vitel | Sigmund Tuschinska | Luba Tulup | Viktor Tomaschuk | Valentin Tkatschow |

Anatoli Zebenko, geb. am 25.4.1944 in Hamburg, gestorben am 27.11.1944
Walodja Woronzow, geb. am 20.4.1944 in Hamburg, gestorben am 3.6.1944
Genja Woronez, geb. am 17.5.1944 in Hamburg, gestorben am 8.9.1944
Boris Wenik, geb. am 13.3.1944 in Hamburg, am 18.4.1944 tot aufgefunden
René-Yves Vitel, geb. am 21.3.1945 in Hamburg, gestorben am 8.5.1945
Sigmund Tuschinska, geb. am 23.5.1944 in Hamburg, gestorben am 3.9.1944
Luba Tulup, geb. am 9.7.1944 in Hamburg, gestorben am 20.9.1944
Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944
Valentin Tkatschow, geb. am 30.5.1944 in Hamburg, gestorben am 5.10.1944

Hamburg Bezirke

Essener Straße 54

TODO Hier geht’s zur Karte >

Viktor Tomaschuk, geb. am 14.8.1944 in Hamburg, gestorben am 22.10.1944

Essener Straße 54 (früher Lager Tannenkoppel, Weg 4, auch „Tarpenbek“ genannt
Zwangsarbeitslager der Rüstungsindustrie in Hamburg Langenhorn)

Viktor Tomaschuk kam am 14. August 1944 in Hamburg zur Welt. Seine Mutter Anastasia, genannt Nastja, Tomaschuk, geb. am 3.2.1925 in Antonini, war römisch-katholischen Glaubens und ledig. Aus ihrer Heimat Ukraine verschleppt, musste sie seit dem 16. Februar 1942 in Hamburg-Langenhorn für die Hanseatische Kettenwerk GmbH (HAK) bzw. die Deutsche Meßapparate GmbH (Messap) Zwangsarbeit leisten und war im „Ostarbeiterlager Tannenkoppel“, Weg 4, untergebracht.

Am 20. Januar 1944 wurde Anastasia Tomaschuk wegen Schwangerschaftsbeschwerden im Krankenhaus Alsterdorf aufgenommen und nach neun Tagen wieder in das Lager Tannenkoppel entlassen.

Einen Tag vor der Geburt ihres Kindes kam sie in die Frauenklinik Finkenau, Hamburg-Uhlenhorst. Acht Tage nach der Entbindung, am 22. August 1944, kehrte sie mit ihrem Sohn Viktor zurück in das Lager Tannenkoppel. Dort musste Viktor die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren für ihn völlig unzureichend.

Am 4. Oktober 1944 wurde er im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn mit der Diagnose „Bronchopneumonie“ (Lungenentzündung) eingeliefert. Dort in der Psychiatrischen Abteilung verstarb er nach drei Wochen, am 22. Oktober 1944 um 9:00 Uhr. In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Pneumonie“ (Lungenentzündung) „Pädatrophie“ (Auszehrung – schwerster Grad der Ernährungsstörung) und als unterzeichnender Arzt Blumenthal angegeben.

Viktor wurde 2 Monate und 8 Tage alt.

Acht Tage nach seinem Tod fand am 30. Oktober 1944 seine Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, Grablage: Q 39, Reihe 14, Nr. 25. Sein Grab ist nicht mehr erhalten. Ende des Jahres 1959 wurde es zusammen mit mindestens 146 Gräbern der Kinder von Zwangsarbeiterinnen auf Areal Q 39 eingeebnet.

Zurück zu den Suchergebnissen