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Ernst Werner
* 1875

ERNST WERNER
JG. 1875
DEPORTIERT 1941
RIGA
ERMORDET

Trostbrücke 2–6

Weitere Stolpersteine in Trostbrücke 2–6: Alfred Wolff | Heinrich Wohlwill | Ernst Werner | Salomon Siegmund Schlomer | Walter Ludwig Samuel | Ferdinand Rosenstern | Ernst Moritz Rappolt | Kurt Perels | Moritz Nordheim | Heinrich Mayer |

Alfred Wolff, geb. 14.12.1880, „ermordet durch Entzug von Medikamenten“, Todesdatum 30.11.1941
Dr. Heinrich Wohlwill, geb. 7.2.1874 in Hamburg, am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, dort am 31. Januar 1943 ermordet
Ernst Franz Werner, geb. 6.12.1875 in Zörbig, am 6.12.1941 deportiert nach Riga
Salomon (Siegmund) Schlomer, geb. 6.7.1853 in Lübeck-Moisling, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, dort am 15.8.1942 ermordet
Dr. Walter Ludwig Oscar Samuel, geb. 28.9.1875 in Hamburg, in den Tod getrieben am 25.3-1943 in Hamburg
Ferdinand Rosenstern, geb. 11.11.1880 in Hamburg, deportiert 1943 von Westerbork nach Theresienstadt, weiterdeportiert am 9.10.1944 nach Auschwitz, dort am 11.10.1944 ermordet
Dr. Ernst Moritz Rappolt, geb. 12.5.1868 in Hamburg, Freitod am 9.4.1942
Kurt Ferdinand Lothar Perels, geb. 9.3.1878, Flucht in den Tod am 10.9.1933
Dr. Moritz Nordheim, geb. 1.2.1873 in Kassel, Suizid am 18.8.1938 in Hamburg
Heinrich Mayer, geb. 6.2.1866 in Worms, Tod am 2. Dezember 1942 in Theresienstadt.

Hamburg Bezirke

Trostbrücke 2–6

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Ernst Franz Werner, geb. 6.12.1875 in Zörbig, am 6.12.1941 deportiert nach Riga
Gertrud Elisabeth Werner, geb. Löwenberg, geb. 14.6.1885 in Neidenburg, am 6.12.1941 deportiert nach Riga

Ernst Werner war wie seine Eltern jüdischer Herkunft, aber evangelisch getauft. Er arbeitete als Zivilingenieur, d. h., er war nicht staatlich angestellt und arbeitete in der freien Wirtschaft. Zusammen mit seiner Frau, Gertrud Werner, hatte er eine Tochter. Edith Martha kam am 26. Juni 1912 zur Welt, die Eltern ließen sie evangelisch taufen. Ernst Werner war Mitglied der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg. Die Patriotische Gesellschaft, zu wohltätigen Zwecken gegründet von vermögenden Hamburger Bürgern, hatte 1877 das Museum für Kunst und Gewerbe gestiftet und 1889 die Bücherhallen. 1935 beschlossen die Mitglieder mehrheitlich die Einführung des „Arierparagraphen“. Als Begründung wurde im Vorstandsprotokoll angegeben, dass ansonsten eine Zusammenarbeit mit staatlichen und parteiamtlichen Kulturstellen künftig unmöglich sei. Die jüdischen Mitglieder traten zwischen 1933 und 1937 aus.

Ernst Werner, der nach den NS-Kategorien als Jude galt, wird darunter gewesen sein. In der Kultussteuerkartei ist vermerkt, dass er eine kleine Pension bezog. Ob er frühzeitig in den Ruhestand geschickt wurde, ließ sich nicht ermitteln. 1935 wohnten seine Frau Gertrud und er noch am Hammerberg 44, 1937 zogen sie in den Horner Weg 80. Danach lebten sie zur Untermiete bei Pein in der Isestraße 28. Inzwischen war die Tochter, Edith Werner, nach Denver in die USA emigriert. Inge Hutton, geborene Pein, die mit ihrer Mutter in der Isestraße 28 im Parterre wohnte, erinnerte sich an die Eheleute Werner: „… die haben dann das Vorderzimmer bei uns gemietet und die Tochter war schon in Amerika.“

Inge Hutton wusste auch von einer Begebenheit während eines Luftangriffes zu berichten: Alle Hausbewohner sollten sich im provisorischen Luftschutzkeller des Hauses versammeln. Die Blockwartin ordnete an, dass das Ehepaar Werner in einen anderen Raum gehen müsse, weil die beiden keine „Arier“ seien. „Meine Schwester und ich erwiderten: ‚Dann kommen wir auch nicht!’, das haben wir gemacht, aber es war gefährlich. Die Werners hofften auch immer noch, dass sie es schafften auszuwandern, aber sie haben es dann nicht mehr geschafft. Die beiden waren so bescheiden und lieb. Wir haben mitbekommen, wie sie den Deportationsbescheid erhalten haben und konnten ihnen nicht helfen.“

Am 6. Dezember 1941 bestiegen Ernst und Gertrud Werner den Deportationszug nach Riga. Es war der sechsundsechzigste Geburtstag von Ernst Werner.

Am 21. Januar 1942 kam ein Packer der Möbelspedition Pommerenke aus der Hohen Weide und räumte die zurückgelassenen Alltagsgegenstände und Möbel der Werners aus dem Zimmer. Am 21. März wurde alles öffentlich versteigert. Der Erlös ging an die Oberfinanzkasse Hamburg.

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